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Mysteriöses Schiff und Ammoniumnitrat in Deutschland

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Terrormiliz Hisbollah involviert?: Mysteriöses Schiff und Spur nach Deutschland: Die Rätsel nach der Beirut-Explosion

    Nach der verheerenden Explosion in Beirut werden nach und nach Details bekannt. Demnach brachte ein Schiff vor vielen Jahren die Chemikalie nach Beirut. Dass sie nicht abtransportiert wurde, lag offenbar auch an der Hisbollah. Für die Terrormiliz spielt der Stoff eine wichtige Rolle. Sie lagert große Mengen davon – auch in Deutschland.

    Die gewaltige Explosion im Hafen von Beirut hinterließ einen Krater mit rund 200 Meter Durchmesser, zerstörte eine halbe Stadt, tötete mindestens 135 Menschen und verletzte tausende. Mutmaßliche Ursache der Detonation: etwa 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat, gelagert im Hafengebiet und möglicherweise entzündet durch Schweißarbeiten. Vor sechs Monaten warnte eine libanesische Zoll-Kommission zuletzt, das Ammoniumnitrat könnte „ganz Beirut in die Luft jagen“.

    Ammoniumnitrat ist eine Industriechemikalie, die weltweit als Pflanzendünger, als Sprengstoff für den Bergbau oder in Kühlpacks für Sportler verwendet wird. Als wichtige Komponente für improvisierte Bomben diente es beim Anschlag 1995 in Oklahoma City oder bei Anders Behring Breiviks Attentat in Norwegen 2011.

    Frachter mit Ammoniumnitrat-Ladung: zufällig oder absichtlich im Hafen von Beirut?

    Geliefert wurde die Beiruter Ladung auf einem Schiff. Laut der libanesischen Zollbehörde sollte der Frachter „Rhosus“ die Ladung im September 2013 nach Beira in Mosambik transportieren. Wegen technischer Probleme musste das Schiff für Reparaturen offenbar in Beirut einfahren. Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge könnte das Schiff Beirut möglicherweise doch absichtlich angesteuert haben. Demnach gab der russische Besitzer der „Rhodus“ dem Kapitän des Schiffs den Befehl, in Beirut schweres Straßenbaugerät zu laden. Örtliche Hafenbehörden hielten den Frachter und seine Ladung wegen “grober Verstöße beim Betrieb eines Schiffes”, unbezahlter Gebühren und Beschwerden der russischen und ukrainischen Besatzung fest, teilte die Seafarers’ Union of Russia, die die russischen Seeleute vertrat, gegenüber CNN mit.

    Die „Bild“ berichtete, dass zudem der Kapitän und Teile der Crew im Hafen festgehalten wurden. Einige Wochen nach dem Einlaufen wurde das Ammoniumnitrat in eine Lagerhalle im Hafen der Stadt gebracht. Die Zollbehörde merkte danach mehrfach an, dass die Industriechemikalie kühl, gut belüftet und fern von Wärmequellen gelagert werden muss.

    Unklar, ob Terrormiliz Hisbollah die Fracht im Land halten wollte

    Die libanesische Zollbehörde forderte laut der „Jerusalem Post“ vergeblich, dass die Ladung ins Ausland gebracht wird. Israelische Beobachter mutmaßen, dass es für militärische Zwecke verwendet werden sollte, berichtete die Zeitung. Demnach wollte die libanesische Terrororganisation Hisbollah die Fracht im Land behalten. Fakt ist, dass das hochexplosive Ammoniumnitrat bei Terrororganisationen beliebt ist. Und: Die Lagerhalle, in der das Ammoniumnitrat gelagert wurde, ist angeblich im Besitz der Terrormiliz, wie die „Jerusalem Post“ berichtet. Archivmaterial von Reden des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah, das nach der Explosion wieder im Internet zirkuliert, lässt außerdem vermuten, dass die Terrororganisation die Verwendung von Ammoniak als Beschleuniger für Raketen untersucht hat. Möglicherweise hat die Hisbollah das Lagerhaus in Beirut und die Schiffe daraufhin geprüft, berichtete die „Jerusalem Post“.

    Explosion in Beirut

    Nach Angaben der libanesischen Regierung wurden bei der Explosion mehr als 130 Menschen getötet, etwa 5000 wurden verletzt. Es wird geschätzt, dass circa 300.000 Menschen ihr Zuhause verloren haben.

    Helfen Sie mit Ihrer Spende

    • UNICEF

    IBAN: DE57 3702 0500 0000 3000 00

    BIC: BFSWDE33XXX

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    Unicef-Webseite

    • Deutsches Rotes Kreuz

    IBAN: DE63370205000005023307

    BIC: BFSWDE33XXX

    Stichwort: Soforthilfe Beirut

    Webseite Deutsches Rotes Kreuz

    Im Zoll-Schreiben von 2016 schlug der Direktor vor, man könne die Fracht auch an das Sprengstoff-Unternehmen „Majdal Shams“ verkaufen. Der Firmenname gleicht dem Namen einer Stadt, die offenbar geplantes Angriffsziel der Miliz war, wie die „Bild“ schreibt. Der zuständige Richter lehnte demnach ab, und die Fracht blieb im Hafen. Darüber hinaus soll die Hisbollah seit 2009 versucht haben, Ammoniumnitrat über Syrien zu beschaffen und dazu das Landwirtschaftsministerium im Libanon zu infiltrieren, wie der „Welt“ zufolge aus diplomatischen Quellen hervorgeht.

    Hisbollah lagerte Ammoniumnitrat in Süddeutschland, Behörden hätten Fund zerstört

    Bereits im Mai berichtete „Zeit Online“, dass die Hisbollah Hunderte Kilogramm Ammoniumnitrat in Lagerhäusern in Süddeutschland gelagert haben soll. Laut eines Berichtes des israelischen Nachrichtensenders N12 hatte der israelische Geheimdienst Mossad deutsche Nachrichten- und Justizbehörden bereits über die Lagerung informiert. Die deutschen Behörden hätten „diesen Fund entdeckt und entsprechend auch zerstört“, sagte der RTL-Terrorismusexperte Michael Ortmann. Beide Berichte benennen keinen genauen Zeitpunkt. Laut „Zeit Online“ wussten die deutschen Behörden vor der Bekanntgabe des Bestätigungsverbots gegen die Hisbollah in Deutschland im April von der Lagerung.

    Ein israelischer Offizieller hatte N21 mitgeteilt, dass die Informationen das Ergebnis einer monatelangen Zusammenarbeit „mit allen in Beteiligten in Deutschland“ gewesen seien. Zuvor hatte der Mossad Hinweise an die Geheimdienste anderer Länder übermittelt, die daraufhin Ammoniumnitrat, von der Hisbollah als Kältepacks getarnt, in London, Thailand und Zypern fanden.

    Ungenaue Angaben, wann Ammoniumnitrat gelagert wurde

    Die Lagerung auf deutschem Boden war wichtiger Baustein des Bestätigungsverbots gegen die Hisbollah in Deutschland, das Bundesinnenminister Horst Seehofer im April verkündete. Sämtliche Stiftungen, Moscheen und zivile Einrichtungen der Terrormiliz wurden verboten. Die Aktivitäten der Hisbollah “verstoßen gegen das Strafrecht und die Organisation widerspricht dem Konzept der Völkerverständigung”, sagte Seehofer. Laut Verfassungsschutz soll es in Deutschland etwa 1050 Anhänger der Miliz geben, die als extremistisch eingestuft werden.

    Nach der Explosion in Beirut bekommen die Ammoniumnitrat-Lagerungen eine neue Bedeutung. RTL-Terrorismus-Experte Michael Ortmann sagt: Die Information, dass die Hisbollah die Chemikalie in Deutschland gelagert hat, ist in Sicherheitskreisen bekannt. Diese Erkenntnisse sollen nicht nur auf Informationen des israelischen Geheimdienstes, sondern auch auf Diensten aus anderen Ländern und aus Deutschland beruhen.  Ortmann: „Sicher ist nach dem jetzigen Stand, dass die Hisbollah im Süden Deutschlands, wahrscheinlich in Bayern, Hunderte Kilogramm Ammoniumnitrat gelagert hat. Unsicher ist aber wann. Einige sagen, dass es erst vor einigen Monaten war. Andere sagen, es geht deutlich über das letzte Jahr hinaus“. Die „Welt“ zitiert in einem Bericht ein Papier des Bundesinnenministeriums von Ende März, wonach die Chemikalie zwischen 2012 und 2016 in Süddeutschland gelagert wurde.

    Israel fürchtet ähnliche Detonation

    Geheimdienste vermuten, dass das Material für Anschläge auf israelische Einrichtungen in den verschiedenen Ländern benutzt werden sollte. Die Terrormiliz bestreitet das Existenzrecht Israels und unterstützt den bewaffneten terroristischen Kampf gegen den jüdischen Staat. Im Februar 2016 wurden 15.000 Tonnen Ammonium im Hafen der nordisraelischen Stadt Haifa gefunden – gelagert von der Hisbollah. Der Chef der Terrormiliz, Hassan Nasrallah prahlte damals: „Der Libanon hat eine Atombombe. Das ist keine Übertreibung“. Viereinhalb Jahre später werden seine Landsleute zu Opfern der Chemikalie. Nach der Detonation fürchtet Israel einen ähnlichen Vorfall und will sämtliche chemische Depots aus dem Hafen von Haifa entfernen.

    Augenzeugen-Videos zeigen Explosion in Beirut aus unterschiedlichen Blickwinkeln

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