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Lufthansa: Auf Mallorca-Flug nimmt Airline eigene Virus-Regel nicht genau

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In den meisten Bundesländern haben die Sommerferien bereits begonnen, bald ziehen auch die letzten nach. Für viele Deutsche geht es mit dem Flugzeug in den Urlaub. Doch wie sicher ist das Fliegen in Corona-Zeiten? Ein Flug von München nach Mallorca im Protokoll.

Es ist 4.55 Uhr, als mein Kollege und ich am Terminal 2 des Münchner Flughafen Franz-Josef-Strauß ankommen. Unser Lufthansa-Flieger nach Mallorca soll um 5.50 Uhr abheben. Im Parkhaus ist es um diese Uhrzeit noch gespenstisch leer, doch der Check-In-Bereich ist mit Leben gefüllt. Eine Mutter versucht ihr Kind einzufangen. Das Mädchen saust in ihren kleinen, klappernden Sandalen durch den Eingangsbereich. Mama und Tochter tragen Mundschutz – wie alle ganz brav.

Vor den automatisierten Gepäckabgabestationen haben sich lange Schlangen mit sich angeregt unterhaltenden Menschen gebildet. Den Mindestabstand hält hier jeder ein, sogar eine Gruppe von jungen Männern, sie unterhalten sich lautstark über alte Urlaubs-Geschichten. Viele Schilder, die auf die aktuelle Covid-19-Situation oder die Mundschutz- und Abstands-Regeln hinweisen, gibt es zwar nicht. Dafür laufen Mitarbeiter der Lufthansa umher und sehen nach dem Rechten – einen Regel-Übeltäter erwischen sie nicht, bevor wir zum Gate aufbrechen müssen.

Nahezu reibungslose Sicherheitskontrolle

Doch davor wartet die Sicherheitskontrolle, vor der ich etwas Sorgen hatte. Denn auf ihrer Internetseite schreibt die Lufthansa, man solle aufgrund der Pandemie etwas mehr Zeit dafür einplanen. Leider hatte ich das zu spät gelesen, sodass wir erst eine Dreiviertelstunde vor Abflug am Check sind. Doch die frühe Abflugzeit kommt mir zu Gute. Die Absperrung vor der Sicherheitskontrolle ist menschenleer. Der Check läuft reibungslos ab – zumindest, was die Corona-Regelungen anbelangt. Ein kleines Problemchen mit meinem Abwehrspray für Notfälle klärt sich auch – ich lasse es einfach da.

Boarding in Gruppen

Gegen 5.20 Uhr schultere ich meine sprayfreie Laptoptasche und mache mich gemeinsam mit dem Kollegen auf zum Gate. Für diese Uhrzeit ist der Sicherheitsbereich im Terminal 2 ziemlich gut besucht. Auf den Fahrsteigen hinter uns steht wieder die Jungsgruppe vom Eingangsbereich. Sie schubsen sich, halten den Sicherheitsabstand zu uns aber ein.

Um 5.40 beginnt das Boarding. Um zu verhindern, dass sich die Urlauber im Gangway stauen, erfolgt das Boarding in Gruppen. Erst die Business-Class, dann den Sitzreihen nach, so der Plan der Fluglinie. Ich selbst bin Boardinggruppe 5, belege aber bereits um 5.45 meinen Platz im Flugzeug. Denn ich bin einfach mit dem Kollegen aus der Gruppe 3 mitgelaufen. Zwar kontrolliert eine Lufthansa-Dame mein Ticket, aber hält mich nicht auf.

Bei „Face Shield“ ist Lufthansa-Crew großzügig

„Tragen Sie – wie unsere Crews – Ihre Maske während des gesamten Aufenthalts an Bord“, weist die Lufthansa auf ihrer Internetseite an. Und tatsächlich entledigt sich während des zweistündigen Fluges niemand seines Mundschutzes – zumindest erwischen die Flugbegleiter niemanden dabei. Aber in der Reihe hinter mir sitzt ein Paar, das ein sogenanntes „Face Shield“ als Schutz trägt. Im Internet schreibt die Lufthansa aber, dass „Face Shields“ nicht als Ersatz eines Mund-Nasen-Schutz getragen werden dürfen. Durchgesetzt wird diese Regel auf unserem Flug zumindest nicht.

Wie geplant landen wir um kurz vor 8 auf Mallorca. Wir verlassen den Flieger in Gruppen – wieder halten sich alle brav an die Vorgaben. Doch im Terminal von Palma beginnt das Chaos. Dicht gedrängt schieben sich die Urlaubermassen in Richtung Gepäckbänder, ich höre holländisch, viel deutsch, aber auch spanische Stimmen. Überall hängen Plakate, die an die Maskenpflicht und Abstandsregeln erinnern. Obwohl der Mindestabstand oft nicht eingehalten wird, ermahnt das Bodenpersonal niemanden.

Sie sind viel zu sehr damit beschäftigt, die Neuankömmlinge wild gestikulierend dazu aufzufordern, ein Kontaktformular auszufüllen. Das ist seit 1. Juli Pflicht in Spanien. Ich muss versichern, dass ich seit zwei Wochen symptomfrei bin und etwa kein Fieber habe. Kein Problem, denke ich.

“Verpflichtendes” Gesundheitsformular?

In einem großen Gang sind am Flughafen in Palma mehrere Tische aufgebaut, an denen Stifte hängen. Das Problem: Mehrere Urlauber drängen sich um einen Tisch, die Situation ist unübersichtlich, der Lautstärkepegel hoch, die Luft heiß. Dass es nicht erlaubt ist, zu mehreren an einem Tisch zu stehen, erklärt niemand. Die Mitarbeiter des Flughafens sind zu sehr damit beschäftigt, Zettel zu verteilen.

An einem abgelegenen Tisch füllen mein Kollege und ich die Zettel aus. Danach ist nicht ganz ersichtlich, wem man die ausgefüllten Zettel geben soll. Wir laufen also weiter in Richtung Gepäckausgabe. Kurz vor der Drehtür, die zum Gepäckbereich führt, entdecke ich eine Flughafenmitarbeiterin. Ihr kann ich meinen Corona-Zettel geben.

Um halb 9 ziehe ich meinen Koffer durch die automatische Schiebetür in Richtung Ausgang. An der frischen Luft sehe ich, dass der Kollege noch immer etwas Weißes in den Händen hält. Es ist das für die Einreise verpflichtende Gesundheitsformular. Keiner hat es ihm abgenommen.

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