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Flughafen-Zahlen zeigen: Viele Risiko-Reisende verzichten bisher auf Virus-Tests

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Mit den Sommerferien steigt bei vielen Deutschen die Reiselust. Wer in einem Corona-Risikogebiet urlaubt, muss bei seiner Rückkehr jedoch bald mit einem verpflichtenden Test am Flughafen rechnen. Erste Stationen, an denen Reisende einen freiwilligen Corona-Check durchlaufen können, wurden bereits eingerichtet. Der Rücklauf ist bisher jedoch eher durchwachsen.

Mit dem schleichenden Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland wächst auch die Sorge, dass Reisende das Virus bei ihrer Rückkehr ins Land einschleppen. Daher können sich seit einigen Tagen Personen, die aus Corona-Risikogebieten zurückkehren, an diversen Flughäfen auf das Coronavirus testen lassen. Die Tests sind kostenlos und derzeit noch freiwillig. Erste Teststationen wurden bereits eingerichtet, unter anderem in München, Düsseldorf oder Frankfurt.

FOCUS Online hat bei den jeweiligen Flughäfen, Gesundheitsbehörden und Kassenärztlichen Vereinigungen Daten zu bisherigen Corona-Testungen angefragt. In Hamburg und Hannover laufen die Checks erst in dieser Woche an, daher liegen zu beiden Flughäfen noch keine Zahlen vor. Mit Blick auf fünf andere der größten deutschen Airports zeigte sich jedoch: Zwar wurden tausende Tests durchgeführt, die Resonanz bei Risiko-Reisenden hielt sich jedoch in Grenzen.

Tausende Corona-Tests an deutschen Flughäfen durchgeführt

So wurden am Münchner Flughafen bis Montag über 2.000 Abstriche genommen, in Dortmund bis Dienstag über 1.000 Passagiere auf Corona gecheckt. Am Kölner Flughafen ließen sich in den ersten drei Tagen des kostenlosen Betriebs insgesamt 1.575 Personen auf eine Covid-19-Erkrankung testen. Die meisten Tests verzeichnen die Flughäfen Düsseldorf und Frankfurt. An ersterem durchliefen bis einschließlich Dienstag 3.383 Reisende einen Corona-Test, in Frankfurt waren es bereits mehr als 38.000 Personen. Die hohe Zahl lässt sich damit erklären, dass es das Testzentrum in der hessischen Metropole bereits seit rund vier Wochen gibt.

Zu den festgestellten Corona-Infektionen machten die meisten Stellen keine Angaben. Lediglich Düsseldorf und Frankfurt erklärten, 58 beziehungsweise rund 100 positive Tests verzeichnet zu haben. Auf Nachfrage von FOCUS Online erklärten fast alle Airports, nur Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten zu testen. Lediglich in München und Frankfurt werden auch Reisende aus Ländern, die das Robert-Koch-Institut als ungefährlich einstuft, auf Corona gecheckt.

In Düsseldorf lassen sich nur 40 Prozent der Risiko-Reisenden testen

Ein vielsagendes Bild ergab sich in Düsseldorf: Laut Kassenärztlicher Vereinigung Nordrhein-Westfalen ließen sich in den vergangenen Tagen nur etwa 40 Prozent jener Personen, die aus Corona-Risikogebieten einreisten, auf Covid-19 testen. Möglicherweise ein Einzelfall – doch die hohe Quote an Test-Verweigerern in Düsseldorf ist symptomatisch für ein Problem, das die Bundesregierung mit einer neuen Regelung aus dem Weg räumen möchte.

Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag verkündete, werden Corona-Tests für Risiko-Reisende bald zur Pflicht. “Wir müssen verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und so neue Infektionsketten auslösen”, sagte der CDU-Politiker. Grundlage der Testpflicht ist eine Regelung des Infektionsschutzgesetzes. Sie bezieht sich auf eine epidemische Lage von nationaler Tragweite, die der Bundestag für Corona festgestellt hatte. Die entsprechende Verordnung soll voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten.

Frankfurt: 80 Prozent der Corona-Fälle Nicht-Risiko-Reisende

Eine weitere überraschende Erkenntnis liefern die Daten aus Frankfurt. Rund 80 Prozent der dort positiv auf das Coronavirus getesteten Personen sollen einer Pressesprecherin zufolge nicht aus Risikogebieten eingereist sein. Wichtig ist aber auch: Im Testcenter am Frankfurter Flughafen können sich auch Personen, die überhaupt nicht verreisen wollen, auf Corona untersuchen lassen. Unter die 80 Prozent an Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben, aber nicht aus einem Risikogebiet angereist sind, dürften also auch einige Frankfurter fallen.

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