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Euro und Dollar: Gegen unser Geldsystem läuft die größte Wette aller Zeiten

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Noch nie war das Edelmetall so teuer. Das heißt umgekehrt, dass Devisen wie Euro und Dollar gegen Gold abwerten. Die Marktteilnehmer haben verstanden, dass die Zentralbanken nämlich dabei sind, die Kaufkraft der offiziellen Währungen noch weiter zu drücken.

Die Finanzwelt hat ihren Fachjargon. Wer auf fallende Aktienkurse setzt, der geht „short“; und wer Aktien kauft, weil er mit Kurssteigerungen rechnet, der geht „long“. Damit kann man bereits erahnen, wofür „The Big Short“ steht: Die Wette auf fallende Kurse im ganz großen Stil. Das ist auch der Titel eines Bestsellers: „The Big Short: Inside the Doomsday Machine“, veröffentlicht von Michael Lewis im Jahr 2011, verfilmt im Jahr 2015. Es geht darum, dass Hedgefonds-Manager erfolgreich und in großem Stil auf das Platzen des US-Immobilienbooms durch „Big Shorts“ in Aktien großer Investmentbanken spekulieren und so die „große Marktbereinigung“ herbeiführen.

Der Boom platzt vor allem auch deswegen, weil das System durch Habgier und Maßlosigkeit völlig aus dem Ruder gerät. Der Leser des Buches erfährt, dass der Zusammenbruch der Finanzmärkte nur die notwendige Korrektur einer gewaltigen Übertreibung war, und dass der eigentliche Wahnsinn darin bestand, dass es zu dieser Übertreibung überhaupt kommen konnte.

Euro und Dollar verlieren gegen Gold

„The Big Short“ ist gewissermaßen nicht nur eine sehr passende Überschrift über die Geschehnisse in den Kreditmärkten in 2008/2009. Sie ist ebenso passend für das, was sich in den heutigen Währungsmärkten abspielt. Genauer: Was sich im Preisverhältnis zwischen dem Gold und den offiziellen Währungen abspielt.

Ob in US-Dollar, Euro, chinesischen Renminbi, japanischen Yen, britischen Pfund oder Schweizer Franken: Der Goldpreis in all diesen Währungen ist in den letzten Jahren merklich in die Höhe geklettert. Und zwar bereits seit Anfang des 21. Jahrhunderts.

Man hat also immer mehr Einheiten der offiziellen Währungen aufwenden müssen, um damit eine Feinunze Gold erwerben zu können. Das lässt sich auch anders ausdrücken: Man musste immer weniger Feinunzen hingeben, um einen US-Dollar, Euro, Renminbi, Yen etc. zu kaufen. Oder noch einfacher: Die offiziellen Währungen haben gegenüber dem Gold abgewertet.

Abbildung 2 zeigt die Anzahl der Feinunzen Gold, die für den Erwerb einer offiziellen Währungseinheit aufgewendet werden müssen für die Zeit von 1999 bis heute.

Für alle Währungen ergibt sich das gleiche Bild: Sie alle haben mächtig gegenüber dem Gold abgewertet. Zum Beispiel der Euro : Musste man Anfang 1999 noch 1 Goldeinheit aufwenden, um 1 Euro zu erwerben, waren dafür im August 2020 nur noch 0,17 Goldeinheiten erforderlich. Es fällt nicht schwer, eine Erklärung für den Wertverfall der ungedeckten Papierwährungen gegenüber dem Gold zu finden.

Gold in Euro

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Unser Geld verliert an Kaufkraft

Ein Blick in die Währungsgeschichte zeigt, dass das Gold durchaus die Bezeichnung „Grundgeld der Zivilisation“ verdient. Über viele Jahrtausende diente es den Menschen als Wertspeicher und Zahlungsmittel. Und die offizielle „Demonetisierung“ des Goldes erfolgte erst zu Beginn der 1970er Jahre. Seit dieser Zeit wird in allen bedeutenden Volkswirtschaften der Welt ungedecktes Papiergeld verwendet. Eine Geldart, die nach politischer Willkür mal stark, mal weniger stark vermehrt wird. Das Ergebnis: Die Kaufkraft des ungedeckten Papiergeldes nimmt im Zeitablauf ab – insbesondere auch gegenüber dem Gold.

Dieser Prozess hat sich seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 beschleunigt, und er hat mit der politisch diktierten Lockdown-Krise zusätzlich an Fahrt gewonnen. Die durch den Stillstand entstandenen Einkommensausfälle werden mit neu geschaffenem Geld bezahlt. Angesichts einer drastisch eingebrochenen Produktionsleistung führt das zu einem preistreibenden „Geldüberhang“, der sich sehr wahrscheinlich in steigenden Konsumgüterpreisen und/oder Vermögenspreisen zeigen wird. Doch damit nicht genug!

Die Abhängigkeit von „Droge Geldmengenausweitung und Niedrigzins“ ist größer denn je. Denn im Zuge der politisch diktierten Lockdown-Krise ist die Verschuldung der Volkswirtschaften drastisch angestiegen. Vor allem aber gibt es keine politischen Hemmungen mehr, bei wirtschaftlicher Not die Geldmengen drastisch auszuweiten. Bei der nächsten Erschütterung in der Finanz- und Wirtschaftsarchitektur ist absehbar, dass die Geldschleusen noch weiter geöffnet werden; denn es ist nicht abzusehen, dass die de facto erfolgte Eingliederung der Zentralbanken in die Finanzministerien rückgängig gemacht wird.

Die Regierenden haben erreicht, was sie immer schon wollten: Die Zentralbanken sind willige Financiers ihrer fiskalischen Abenteuer, das letzte Bisschen „politische“ Unabhängigkeit ist nun auch noch perdu. Diese Konstellation kennt man aus der Kriegswirtschaft: Die Zentralbank finanziert ohne Wenn und Aber die Defizite des Staates. In der Vergangenheit führte das regelmäßig in die Inflation, zuweilen auch Hochinflation.

Der Anstieg des Goldpreises in allen Währungen – beziehungsweise die Abwertung aller Währungen gegenüber dem Gold –, die sich bereits seit Jahren zeigt, ist mit Fug und Recht als ein „Big Short“ zu bezeichnen; und der „Big Short“ wird wahrscheinlich noch viel größer.

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