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Covid-19: Infektionen in Deutschland steigen: Jetzt droht nächster Beschleuniger

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    Zahlen, Daten, Fakten zur Covid-19-Pandemie: In den Monaten der Krise hat sich die Corona-Pandemie auch zu einem Informationsdschungel entwickelt. FOCUS Online will Ihnen Orientierung geben – und zeigt Ihnen jeden Tag die wichtigsten, aktuellen Trends zu Sars-CoV-2.

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    23. September, 12: 45 Uhr: Corona-Trends für Deutschland

    • Neuinfektionen: 1839; Gesamt: 274.978
    • Aktive Fälle: + 326; Gesamt: 21.904
    • Neue Todesfälle: 13; Gesamt: 9374

    Am Dienstagabend meldeten die Gesundheitsämter der Bundesländer insgesamt 1839 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2. Am meisten Neuinfektionen gab es diesmal in Nordrhein-Westfalen (521), gefolgt von Bayern (448) und Baden-Württemberg (237).

    Berlin verzeichnet ebenfalls einen hohen Anstieg: Auf eine deutlich geringere Bevölkerung kamen dort gestern 117 Meldungen. Dadurch übersteigt es mit 22,8 klar den bundesweiten Durchschnitt der 7-Tages-Inzidenzen, der aktuell bei 13,5 Fällen auf 100.000 Einwohner liegt. Ebenfalls deutlich darüber ist Bayern mit 20,2.

    In den Kreisen Hamm, Würzburg und Cloppenburg haben die 7-Tages-Inzidenzen außerdem die kritische Marke von 50 teilweise deutlich geknackt (Stand: Dienstagabend). So liegt sie in der Stadt Hamm bei 64,8, in Würzburg bei 61 und im Landkreis Cloppenburg bei 56,1. München hingegen fällt am Dienstagabend unter die kritische Marke und weist eine 7-Tages-Inzidenz von 49,3 auf. 

    Surftipp: Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online 

    Covid-19-Todesfälle in Deutschland und der Welt

    Während weltweit wieder vermehrt Menschen an oder mit Covid-19 sterben und Spanien am Dienstag sogar einen Höchststand bei den Todeszahlen seit Anfang Mai vermeldete (241 innerhalb von 24 Stunden), sterben in Deutschland aktuell insgesamt wenige Menschen täglich im Zusammenhang mit Covid-19.

    Allerdings stieg auch in der Bundesrepublik die Zahl am Dienstagabend mit 13 neuen Todesfällen erstmals seit vielen Wochen auf einen zweistelligen Wert. Es bleibt also abzuwarten, ob sich die Todesfälle ähnlich wie in manchen Nachbarländern nun auch hier wieder häufen werden. Insgesamt starben in Deutschland bislang 9374 Menschen mit oder an Covid-19 (Stand: 22. September), was etwa 3,4 Prozent aller bestätigten Infektionen entspricht.

    Weltweit verzeichnen aktuell die folgenden zehn Länder die meisten Todesfälle:

    • USA: 205.471
    • Brasilien: 138.159
    • Indien: 90.021
    • Mexiko: 74.348
    • Großbritannien: 41.825
    • Italien: 35.738
    • Peru: 31.586
    • Frankreich: 31.416
    • Spanien: 30.904
    • Iran: 24.656

    (Stand: 23. September)

    Sterblichkeitsrate in Deutschland über weltweitem Schnitt – aber gesunken

    Die Sterblichkeits-, auch Case-Fatality-Rate genannt, zeigt an, wie viele nachweislich Infizierte an oder mit dem Coronavirus sterben. Weltweit liegt die Sterblichkeitsrate laut „Our World in Data“ aktuell bei 3,1 Prozent, in Deutschland liegt sie mit 3,4 Prozent also leicht über dem weltweiten Durchschnitt. Im Vergleich zu vor 13 Tagen ist sie allerdings gesunken: Am 10. September lag die Case-Fatality-Rate in Deutschland noch bei 3,7 Prozent, weltweit bei 3,3 Prozent.

    Als europaweit die Sterblichkeitsraten gen Höhepunkt steuerten – etwa mit 19,6 Prozent in Frankreich Ende Mai, lag Deutschland mit einem Peak von etwa 4,6 Prozent deutlich unter dem weltweiten Schnitt von damals mehr als sechs Prozent.

    Covid-19-Tote in Europa: Höchste Zahlen weltweit

    Insgesamt liegt die Sterblichkeitsrate in Europa mit aktuell 4,8 Prozent deutlich über dem weltweiten Schnitt – sie ist sogar die höchste Rate auf der ganzen Welt. Getrieben wird sie mit Stand 21. September nach wie vor von den Zahlen in Italien, wo die Rate bei 12 Prozent liegt, gefolgt von Großbritannien mit 10,6 Prozent, Belgien mit 9,6 und Frankreich mit 6,9.

    Über die Gründe, warum die Zahlen in diesen Ländern so hoch sind, lässt sich bislang nur spekulieren. Es wird vermutet, dass beispielsweise in Italien, wo das Durchschnittsalter der Bevölkerung mit Stand 2015 bei mehr als 49 Jahren lag, vor allem das Alter in Verbindung mit den engen sozialen Kontakten eine Rolle spielten. So leben in Italien häufig mehrere Generationen im selben Haus. Auf Küsschen und Umarmungen zu Begrüßung und Abschied verzichtet man dort zudem nur ungern. Experten vermuten, dass sich das Virus auch dadurch schnell in der Bevölkerung verteilen konnte.

    In Großbritannien hingegen vermutet man neben der späten Reaktion der Regierung auch eine Häufung von Risikofaktoren als Ausschlaggeber für die höheren Sterbezahlen. So leben dort besonders viele Menschen mit Übergewicht, was erwiesenermaßen zu den Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf zählt. Zudem sollen viele Briten erst spät ins Krankenhaus gegangen sein, aus Angst vor den dort herrschenden Zuständen.

    Hohe Todeszahlen: Europa hat die älteste Bevölkerung der Welt

    Zu erklären ist die hohe Sterblichkeit in ganz Europa generell unter anderem damit, dass hier viele Ältere erkrankt sind, deren Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf erhöht ist. Insgesamt liegt das Durchschnittsalter der Menschen in Europa bei 41,6 Jahren (Stand: 2015), gefolgt von Nordamerika mit 37,9. In Asien sinkt der schnitt bereits deutlich und liegt bei 30,3 Jahren, besonders niedrig ist er jedoch in Afrika, wo er bei lediglich 19,4 Jahren liegt.

    In Europa wird sehr viel getestet – aber nicht immer jeder

    In Deutschland kann sich jeder, unabhängig von Symptomen, kostenlos testen lassen. Daher wurden hierzulande auch viele Fälle unter Jüngeren entdeckt, die größtenteils sogar symptomlos und nur selten tödlich verlaufen können. Das bedeutet: höhere Fallzahlen, weniger Tote.

    Neben Deutschland praktizieren das in Europa aber nur wenige Länder, darunter Frankreich, Österreich, die Schweiz, Dänemark und Portugal. Die meisten anderen europäischen Länder ermöglichen Testungen für Bürger, die Covid-19-Symptome zeigen. Deshalb werden hier zwar generell sehr viele Fälle erfasst – in den meisten Ländern aber nur solche, die Symptome zeigen. Das heißt: Jüngere, oft asymptomatische Patienten werden nicht entdeckt, was wiederum bedeutet: mehr (ältere) Erkrankte mit höherem Sterberisiko, höhere Sterberate.

    Mehr Fälle, weniger Tote in Deutschland – aber kein Grund zur Entwarnung

    In seinem aktuellen Lagebericht geht auch das Robert-Koch-Institut (RKI) auf diese Entwicklung ein. Aktuell sei die Sterberate in Deutschland sehr niedrig, weil vermehrt Infektionen bei jüngeren Patienten festgestellt würden. Es sei daher unwahrscheinlich, dass sich das Virus verändert hat und weniger gefährlich geworden ist. Das RKI mahnt: „Wenn sich wieder vermehrt ältere Menschen anstecken, werden wieder mehr schwere Fälle und Todesfälle auftreten. Wir können weiterhin schwere Erkrankungen und Todesfälle nur vermeiden, indem wir die Ausbreitung von Sars-CoV-2 verringern.“

    22. September, 10: 00 Uhr: Covid-19-Trends für Deutschland

    • Neuinfektionen: 1134; Gesamt: 273.139
    • Aktive Fälle: – 347; Gesamt: 21.578
    • Neue Todesfälle: 2; Gesamt: 9361

    Die Gesundheitsämter der Bundesländer meldeten am Montag insgesamt 1134 neue Corona-Infektionen. Am Vortag waren 1735 Fälle gezählt worden, allerdings lagen am Sonntagabend nur aus zehn von 16 Bundesländern aktuelle Zahlen vor.

    Am meisten Neuinfektionen gab es in Baden-Württemberg (+248), Bayern (+167) und Nordrhein-Westfalen (+153), am wenigsten in Brandenburg (+0).

    Der R-Wert sank nach Angaben des Robert-Koch-Instituts auf 1,06 (Vortag: 1,22). Damit liegt die 7-Tages-Inzidenz nun bei 13,5 Fällen pro 100.000 Einwohner (Stand 22.09.2020, 08: 30 Uhr).

    In drei Kreisen liegt die 7-Tages-Inzidenz aktuell bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:

    • Würzburg (61,0)
    • Cloppenburg (59,1)
    • München (52,3)

    Bei den Bundesländern liegen vor allem die 7-Tages-Inzidenzen in Bayern und Berlin im Kritischen Bereich.

    In den vergangenen Wochen machte sich bei den Infektionszahlen in Deutschland wieder ein stärkerer Anstieg bemerkbar.

    Diese Entwicklung war zum einen vielen Infektionen bei Reiserückkehrern geschuldet, außerdem machte das Institut Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen sowie Feiern im Freundes- und Familienkreis dafür verantwortlich. Es infizieren sich nach wie vor viele junge Menschen – aber auch in den Altersgruppen ab 60 Jahren steigen die Fallzahlen wieder weiter an.

    Trifft dieser Trend am kommenden Wochenende nun auf einen Wetter- und Temperaturumschwung, könnte das die Zahl der Infektionen weiter in die Höhe treiben. Außerdem zeigt ein Blick in weitere europäische Länder, wie sich das Infektionsgeschehen auch hierzulande in den kommenden Wochen entwickeln könnte.

    Droht Deutschland der zweite Lockdown?

    Sollte sich die Corona-Lage im Herbst verschärfen, wäre auch hierzulande ein zweiter Lockdown eine mögliche Option, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Laut Virologe Christian Drosten muss das aber nicht zwangsläufig der Fall sein. „Es ist natürlich so, dass man nicht immer gleich einen deutschlandweiten oder regionalen Lockdown braucht, weil man jetzt schon ein paar Sachen besser weiß“, sagte der Charité-Professor.

    10 Grad Celsius am Wochenende – Deutschland nähert sich der Wohlfühltemperatur des Virus

    Mit dem Herbst könnte ein weiterer Faktor den Infektionsanstieg in Deutschland beschleunigen: Das Wetter.

    Wie Meterologen von „The Weather Channel“ berichten, bringt gegen Ende der Woche ein Sturm von den Britischen Inseln und Nordfrankreich polare Kaltluft mit sich. Diese macht sich ab Donnerstag auch in Deutschland bemerkbar. Die Temperaturen sollen dann fallen: Die Höchstwerte sinken auf rund 15 Grad am Sonntag, im Süden erreichen die Temperaturen keine 10 Grad mehr – und das gefällt dem Virus.

    Eisige Polarluft und Dauerregen diese Woche – doch Oktoberstart macht Hoffnung

    Virus verbreitet sich besonders gut bei 9 Grad

    Wie portugiesische Forscher im Rahmen einer auf dem prePrint-Server „medRxiv“ veröffentlichten Modellstudie ermittelten, fühlt sich der Erreger Sars-CoV-2 bei einer Durchschnittstemperatur von rund 9 Grad Celcius am wohlsten und kann sich so am besten verbreiten.

    Für ihre Studie hatten sie die geografische und zeitliche Verbreitung des Virus in den Anfangsmonaten der Pandemie beobachtet und analysiert. Das ermittelte Temperaturoptimum wird bei einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 72 Millilitern in Deutschland in der Regel in den Monaten April und Mai, aber auch im Oktober erreicht.

    Damit passt das Modell zur Verbreitung des Virus, die sich im ersten Quartal des Jahres beobachten ließ. Außerdem legt es nahe, dass wir mit einem erneuten Anstieg der Infektionen rechnen müssen: Für das vierte Quartal, von Oktober bis Dezember, berechneten die Wissenschaftler eine ganz ähnliche Verteilung wie in den ersten Monaten des Jahres, wenn auch mit einer etwas schwächeren Ausbreitung.

    Erhöhte Infektionsgefahr im Innenraum

    Auch, dass sich bei kalten Temperaturen weniger Menschen draußen aufhalten und treffen, kann den Infektionsanstieg antreiben. Denn während sich gefährliche Aerosole an der frischen Luft großzügig verteilen und verdünnisieren können, ist die Gefahr einer Ansteckung im geschlossenen Innenraum wesentlich höher. Das RKI betont daher: „Menschenansammlungen – besonders in Innenräumen – sollten möglichst gemieden und Feiern auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt bleiben.“

    Entwicklung in den Nachbarländern als Vorschau für Deutschland?

    Während die europäischen Neuinfektionen bis Mitte Juli immer weniger wurden, steigen sie seit August in vielen Ländern wieder stark an. Besonders betroffen: Spanien, Frankreich und England – und womöglich bald auch Deutschland.

    Denn wie Charité-Virologe Christian Drosten erklärte, müsse man sich hierzulande klarmachen, „dass wir, wenn wir die Kurven übereinanderlegen, etwas hinterherhinken hinter Spanien und Frankreich und England“.

    Er betonte, „dass wir uns aber auch nicht vormachen sollten, dass sich das bei uns alles ganz anders entwickelt“. Drosten erklärt: „Wir machen auch jetzt nicht sehr viele Sachen sehr anders.“

    Zwar gebe es in Deutschland häufiger kleinere Haushalte und weniger Mehr-Generationen-Familien, in denen sich das Virus über die Altersgrenzen hinweg leichter verbreite. In anderen Punkten unterscheide sich das Land aber nicht von seinen europäischen Nachbarn.

    In Spanien und Frankreich stieg die Zahl der Neuinfektionen seit August bereits stark an. Auch in Großbritannien zeigt sich nun eine immer steiler werdende Kurve. Die Länder reagieren darauf mit strengeren Maßnahmen.

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    England reagiert mit strengeren Gastronomie-Auflagen

    So wurden etwa in England die Corona-Regeln in der Gastronomie erneut verschärft: Ab Donnerstag müssen alle Restaurants, Pubs und Bars um 22 Uhr schließen. Auch darf in den gastronomischen Einrichtungen nur noch am Tisch bedient werden. Die Regeln sind Teil eines Maßnahmen-Pakets, das Premierminister Boris Johnson am Dienstag vorstellen will.

    In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3500 bis 4000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreitet sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen Gesundheitsexperten.

    Die Regierung denkt deshalb auch über ein temporäres Herunterfahren des öffentlichen Lebens nach, eine Art Zwangspause von zwei bis drei Wochen, während der Restaurants und Pubs wieder ganz geschlossen werden könnten. Große Landesteile im Nordosten Englands, Nordirland und Wales leben bereits jetzt mit härteren Maßnahmen.

    Private und öffentliche Kontaktbeschränkungen in Frankreich

    Für Samstag meldete das französische Gesundheitsministerium mit 13.498 Fällen innerhalb von 24 Stunden einen neuen Rekord seit Beginn der Pandemie.

    Daraufhin verschärften Marseille, Bordeaux, Paris, Nizza und Toulouse ihre Maßnahmen. So sind Menschen in Paris etwa dazu angehalten, auf private Zusammenkünfte von mehr als zehn Menschen, beispielsweise Geburstagsfeiern und Treffen mit Familie und Freunden zu verzichten. Im öffentlichen Raum müssten Veranstaltungen mit mehr als zehn Teilnehmern ebenfalls vermieden oder bei den Behörden angemeldet werden.

    Zweiter Lockdown in Teilen Madrids

    Einige Bezirke im Süden der spanischen Hauptstadt Madrid hatten zuletzt mehr als 1000 Corona-Fälle je 100.000 Einwohner gemeldet – das ist etwa das Fünffache des landesweiten Durchschnitts.

    Deshalb wurde in Teilen der Metropole nun ein zweiwöchiger Lockdown verhängt.  Wegen der explodierenden Corona-Neuinfektionen sind seit Montag eine Reihe von Vierteln der spanischen Hauptstadt abgeriegelt. Rund 850.000 Menschen in überwiegend ärmeren Stadtteilen im Süden von Madrid sowie in südlichen Vororten dürfen ihr Viertel nicht mehr verlassen. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder um Kinder zur Schule zu bringen.

    21. September, 11: 00 Uhr: Covid-19-Trends für Deutschland

    • Neuinfektionen: 1300; Gesamt: 271.984
    • Aktive Fälle: 398; Gesamt: 21.925
    • Neue Todesfälle: 2; Gesamt: 9359

    Die Gesundheitsämter der Bundesländer meldeten am Sonntag insgesamt 1300 neue Corona-Infektionen. Am Vortag wurden 1735 Fälle gemeldet, allerdings lagen am Sonntagabend nur aus zehn von 16 Bundesländern aktuelle Zahlen vor. Es fehlen die neuen Infektionszahlen aus Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein (letzte Meldung: Samstag Abend, 18: 40 Uhr).

    Der R-Wert, der am Samstag bei 1,27 lag, sank nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zum ersten Mal seit Tagen leicht auf 1,22. Damit liegt die 7-Tages-Inzidenz nun bei 13,1 Fällen pro 100.000 Einwohner. (Stand 21.09.2020, 08: 15 Uhr)

    In drei Kreisen liegt die 7-Tages-Inzidenz aktuell bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern: Cloppenburg (57,3), Würzburg (55,5) und München (50,4).

    In Deutschland infizieren sich wieder mehr ältere Menschen

    Auch in den Infektions-Zahlen des RKI, die von denen der Gesundheitsämter durch den Meldeverzug abweichen, zeigt sich der Trend, dass die neu gemeldeten Sars-CoV-2-Fälle in Deutschland immer stärker zunehmen. So meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Wochenende etwa den höchsten Wert seit fünf Monaten: Am Samstagmorgen waren binnen 24 Stunden 2297 neue Fälle übermittelt worden. Das ist der höchste Wert seit April – am 22.04. meldete das RKI 2493 Neuinfektionen.

    Während das RKI die allermeisten Neuninfektionen in den vergangenen Wochen vor allem in jüngeren Altersgruppen verortete, gibt es mittlerweile eine besorgniserregende Entwicklung: Es infizieren sich wieder mehr ältere Menschen – insbesondere in Alten- und Pflegeeinrichtungen.

    Das Institut spricht aktuell noch von einer leichten Zunahme des Anteils an Covid-19-Fällen in der älteren Bevölkerung, zudem seien viele der Neuinfektionen in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete sowie Krankenhäusern zu verorten.

    Warum diese Entwicklung Sorgen bereitet, ist offensichtlich. Das RKI erklärt: „Die Zahl verstorbener Fälle war unter den in diesen Einrichtungen Betreuten besonders hoch.“ Zudem stünden die hohen Zahlen in Einklang mit der Anzahl der berichteten Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen.

    Im August hatte das Robert-Koch-Institut untersucht, an welchen Orten es besonders häufig zu Ansteckungen kommt. Pflegeeinrichtungen wie Altenheime machten sie dabei als einen der Orte mit der größten Infektionsgefahr aus. Ihren Berechnungen zufolge steckt eine Person bei einem Ausbruch dort durchschnittlich fast 19 Personen an.  

    Um zu beurteilen, ob sich das Infektionsgeschehen in Deutschland wieder zuspitzt, lohnt sich also der Blick auf drei Werte:

    1. Die anteilige Entwicklung der Altersgruppen

    Ein Blick auf die Neuinfektionen nach Altersgruppen bestätigt, dass sich auch anteilig wieder mehr Menschen über 50 Jahren mit Sars-CoV-2 infizieren. Insbesondere bei den über 70- und über 80-Jährigen stiegen die Fälle in den vergangenen beiden Kalenderwochen wieder an:

    Entwicklung der Neuninfektionen bei den 70- bis 79-Jährigen:

    • KW 36: 184
    • KW 37: 295
    • KW 38: 381

    Entwicklung der Neuninfektionen bei den über 80-Jährigen:

    • KW 36: 110
    • KW 37: 259
    • KW 38: 314

    2. Die Belegung der Intensivbetten in Deutschland

    Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gibt in ihrem Register einen Überblick über die aktuelle Belegungssituation der intensivmedizinischen Bereiche von Deutschlands Krankenhäusern.

    Die Zahl der durch Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten lag am Sonntagabend bei 269. 144 Patienten werden aktuell invasiv beatmet.

    Während der vergangenen Wochen, in denen sich vermehrt jüngere Menschen infiziert hatten, bei denen es in der Regel seltener zu schweren Verläufen und Krankenhausaufenthalten kommt als bei Älteren, waren die Intensivstationen in keinem Bundesland vollständig belegt.

    Die prozentuale Belegung könnte laut RKI aber in den kommenden Wochen wieder zunehmen. „Sollte sich der aktuell beobachtete Trend fortsetzen und sich weiter vermehrt ältere Menschen infizieren, muss auch mit einem Wiederanstieg der Hospitalisierungen und Todesfälle gerechnet werden“, heißt es im aktuellen Lagebericht vom Sonntag.

    3. Die Entwicklung der Todesfälle

    Bislang ist die Zahl der Todesfälle in Deutschland auf einem relativ geringen Niveau, in der vergangenen Woche lag die Zahl der Verstorbenen pro Tag nie über 11.

    Infizieren sich künftig jedoch mehr ältere Menschen, wird auch die Zahl der Todesfälle wieder ansteigen, ebenso die Todesrate. Denn im Gegensatz zu Jüngeren haben sie meist ein schwächeres Immunsystem und erleiden häufiger schwere Verläufe. Das gilt insbesondere für Personen, die aufgrund von Vorerkrankungen ohnehin auf Betreuung angewiesen sind und sich deshalb etwa in Pflegeeinrichtungen aufhalten.

    18. September, 12.40 Uhr: Covid-19-Trends für Deutschland

    • Neuinfektionen: 2094; Gesamt: 266.730
    • Aktive Fälle: + 791; Gesamt: 20.087
    • Neue Todesfälle: 3; Gesamt: 9343

    Am Donnerstagabend meldeten die Gesundheitsämter der einzelnen Bundesländer insgesamt 2094 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2. Die meisten fallen nach wie vor auf die Bundesländer Bayern (511), Nordrhein-Westfalen (410) und Baden-Württemberg (386).

    Gemeldete Coronavirusfälle in Deutschland (klicken Sie auf Ihr Bundesland)

    Die 7-Tages-Inzidenz hat sich im Vergleich zum Vortag ein weiteres Mal erhöht und liegt nun bei zwölf Fällen pro 100.000 Einwohner (Vortag: elf Fälle pro 100.000 Einwohner). Auch der R-Wert steigt im Vergleich zum Vortageswert von 1,0 auf 1,07.

    Blick ins Nachbarland Österreich: Kurz verkündet Beginn von “zweiter Welle”

    • Einwohner: 8,9 Millionen
    • Sars-CoV-2-Infektionen gesamt: 36.801
    • Covid-19-Todesfälle gesamt: 758

    Österreich schien Corona lange Zeit im Griff zu haben. Nach einem kurzzeitigen Anstieg der Infektionszahlen im Frühjahr, der seinen Höhepunkt am 26. März mit 1065 Neuinfektionen binnen 24 Stunden erreichte, fielen sie wieder und bewegten sich seit April auf einem konstant eher niedrigen Niveau. So gab es bereits am 12. April erste Lockerungen, am 15. Mai durfte die Gastronomie wieder öffnen und am 15. Juni wurde die Maskenpflicht gelockert. Nach einem Anstieg der Infektionszahlen wurden die Regeln zur Maskenpflicht aber am 24. Juli bereits wieder verschärft.

    Zuletzt explodierten die Infektionszahlen jedoch förmlich. Kanzler Sebastian Kurz verkündete Anfang der Woche nun sogar den “Beginn der zweiten Welle”. Anhand von drei Faktoren lässt sich erkennen, dass sich die Lage in der Alpenrepublik derzeit zuspitzt:

    Faktor 1: Neuinfektionen explodieren

    Seit etwa Juli steigen die Zahlen wieder leicht, seit August etwas stärker und in den vergangenen Wochen besonders stark. Im Schnitt infizierten sich in der vergangenen Woche etwa 700 Personen täglich neu mit Sars-CoV-2 – auf die Einwohnerzahl gerechnet etwa dreimal so viele wie in Deutschland.

    Der Großteil der Neuinfektionen wurde in der österreichischen Hauptstadt Wien festgestellt. Deshalb haben es inzwischen mehrere Länder, darunter auch Deutschland, zum Risikogebiet erklärt.

    Um dem steilen Anstieg der Zahlen Einhalt zu gebieten, hat die österreichische Regierung die Sozialkontakte nun nochmals drastisch eingeschränkt. Bei privaten Feiern und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind ab kommendem Montag nur noch zehn Teilnehmer erlaubt, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz am Donnerstag mitteilte. In Restaurants müssen auch Gäste künftig eine Schutzmaske tragen. Lediglich wenn sie an ihrem Tisch sitzen, dürfen sie diese abnehmen.

    Auch auf Märkten und Messen soll ab Montag eine allgemeine Maskenpflicht gelten – auch, wenn diese im Freien stattfinden. Alles, was Freude mache, sei “ein Ort der Ansteckung”, sagte Kurz. Ausnahmen von der Zehn-Personen-Regel in geschlossenen Räumen soll es nach seinen Angaben bei Begräbnissen und religiösen Veranstaltungen geben.

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    Faktor 2: Mit deutlichem Anstieg des R-Werts ist zu rechnen

    Der R-Wert wird in Österreich mithilfe der Daten der vergangenen 13 Tage berechnet, aber nicht täglich veröffentlicht. Zuletzt gab die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) am 11. September einen Bericht heraus, in dem sie die Reproduktionszahl auf 1,25 schätzte, zuvor lag sie am 4. September bei 1,02. Seit dem vorigen Bericht sind die Zahlen in der Alpenrepublik allerdings kontinuierlich gestiegen, weshalb inzwischen mit einem noch höheren R-Wert zu rechnen sein dürfte.

    Zum Vergleich: In Deutschland liegt der 4-Tage-R-Wert derzeit bei 1,07, der tagesaktuellen Schwankungen weniger ausgesetzte 7-Tages-Wert liegt bei 1,15.

    Faktor 3: Die 7-Tages-Inzidenz ist etwa dreimal so hoch wie in Deutschland

    In ganz Deutschland kommen derzeit im Sinne der 7-Tages-Inzidenz zwölf Fälle auf 100.000 Einwohner, als leicht erhöht gilt sie ab 25 und als riskant ab 50. Diesen Wert überschreiten in der Bundesrepublik aktuell vier Regionen: Die Stadt Würzburg (66,5), Garmisch-Partenkirchen (56,5), Kulmbach (52,9) und Kaufbeuren (52,4).

    In Österreich hingegen überschreiten diese Marke aktuell 23 Bezirke, allen voran Krems an der Donau (124,62), Wien (118,63), Dornbirn (113,49) und Innsbruck (105,97). In ganz Österreich liegt die 7-Tages-Inzidenz demnach aktuell bei 34,87 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

    Grund für steigende Zahlen sind meistens Ansteckungen in Privathaushalten

    Laut eines Ages-Berichts vom 9. September ist der Großteil der Neuinfektionen Cluster-Geschehen in Haushalten zuzuschreiben. Aber auch die Felder “Freizeitaktivität” und “Arbeitsplatz” haben in den vergangenen Wochen an Bedeutung gewonnen.

    So sorgte Mitte der Woche ein Ausbruch bei einem Paket-Dienstleister in Linz-Land für einen Anstieg der Infiziertenzahlen in Oberösterreich. Insgesamt sollen sich dort bis Donnerstag mindestens 92 Menschen infiziert haben – darunter 51 Mitarbeiter sowie 41 Personen aus deren Umfeld.

    Büro, Fitness-Studio, Restaurant: Studie zeigt, wo Infektionsrisiko am höchsten ist

    17. September, 13.10 Uhr: Corona-Trends für Deutschland

    • Neuinfektionen: 1870; Gesamt: 264.636
    • Aktive Fälle: + 464; Gesamt: 19.296
    • Neue Todesfälle: 6; Gesamt: 9340

    Die Gesundheitsministerien der Bundesländer meldeten am Mittwochabend insgesamt 1870 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2. Die meisten Menschen infizierten sich demnach in Bayern (534), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (424) und Baden-Württemberg (286). Der R-Wert sinkt im Vergleich zum Vortag um 0,4 Punkte auf den Wert 1,0. Die 7-Tages-Inzidenz steigt deutschlandweit jedoch auf elf Fälle pro 100.000 Einwohner (Vortag: 10,4).

    Besorgniserregend dabei ist laut dem Robert-Koch-Institut (RKI), dass es wieder vermehrt zu Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen für Senioren kommt. Eine Ausbreitung des Virus unter älteren Menschen und Risikogruppen sei laut RKI unbedingt zu vermeiden, um höheren Hospitalisierten- und Todeszahlen entgegenzuwirken.

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    Blick nach Europa zeigt, dass Pandemie gerade noch einmal richtig Fahrt aufnimmt

    Zur Einordnung des aktuellen Infektionsgeschehens und im Hinblick auf die nahenden Herbstferien bietet sich ein Blick in andere europäische Länder an. Neben den großen Sorgenkindern Frankreich und Spanien, in denen sich nach wie vor um die 10.000 Menschen täglich neu mit Sars-CoV-2 infizieren, steigen die Infektionszahlen auch in zahlreichen weiteren Ländern an.

    • Am 5. Oktober starten die Herbstferien in Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein
    • Am 12. Oktober folgen Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland
    • Am 17. Oktober starten die Herbstferien in Thüringen
    • Am 19. Oktober starten sie in Sachsen und Sachsen-Anhalt
    • Baden-Württemberg hat ab dem 26. Oktober Herbstferien und
    • Bayern ab dem 31. Oktober

    Erst am Mittwoch erklärte die Bundesregierung mehrere Regionen zu Risikogebieten, darunter unter anderem Wien (Österreich), Hauts-de-France und das Überseegebiet La Réunion (Frankreich), Nord- und Südholland (Niederlande), der Kanton Freiburg (Schweiz), die mittelböhmische Region um Prag (Tschechien) und Budapest (Ungarn).

    Als Risikogebiet gilt, wer über einen Zeitraum von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner zählt. In Deutschland trifft das aktuell auf die Stadt Würzburg (66,5) und den Landkreis Garmisch-Partenkirchen (55,4) zu. In folgenden Ländern steigen die Infektionszahlen aktuell, obwohl sie bislang gut durch die Pandemie gekommen zu sein scheinen:

    Schweiz: Tägliche Neuinfektionen erreichen höchsten Wert seit April

    • Einwohner: 8,7 Millionen
    • Infektionen mit Sars-CoV-2 gesamt: 48.265
    • Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19: 2039

    Im Schnitt meldeten die Gesundheitsbehörden der Schweiz in den vergangenen sieben Tagen 423 tägliche Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das ist der höchste Wert seit dem 15. April. Damals bewegte sich die durchschnittliche Zahl auf einem ähnlichen Niveau. Seitdem sank sie entweder oder bewegte sich auf einem konstant niedrigen Niveau. Seit Ende Juli steigen die Zahlen der Neuinfektionen wieder. Neue Todesfälle gibt es seitdem allerdings konstant wenige.

    Niederlande knacken traurigen Rekord: Nie infizierten sich so viele Menschen neu mit Sars-CoV-2 wie jetzt

    • Einwohner: 17,1 Millionen
    • Infektionen mit Sars-CoV-2 gesamt: 86.320
    • Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19: 6260

    Auch in den Niederlanden infizierten sich in den vergangenen Tagen jeweils mindestens 1000 Menschen neu mit Sars-CoV-2. Im Sieben-Tages-Schnitt waren es täglich 1233, allein gestern jedoch 1542. Das ist der höchste Wert an Neuinfektionen, den die Niederlande während der gesamten Pandemie zu verzeichnen hatten. Zuvor lag der höchste Wert bei 1335 Neuinfektionen am 10. April 2020. Allerdings melden auch die Niederlande bereits seit Ende Mai nur sehr wenige bis gar keine neuen Todesfälle mehr.

    Mehr Informationen zu diesem Thema erfahren Sie auf der zweiten Seite.

    Nach Lauterbach-Aussage platzt Hallervorden der Kragen: „Das ist Panikmache!“

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