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Covid-19: Grafiken zeigen Kluft zwischen Deutschland und den Nachbarländern

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Zahlen, Daten, Fakten: In den Monaten der Krise hat sich die Corona-Pandemie auch zum Informationsdschungel entwickelt. FOCUS Online will Ihnen Orientierung geben. Deshalb zeigen wir Ihnen jeden Morgen die wichtigsten, aktuellen Trends zu Sars-CoV-2.

1. September, 12.45 Uhr: Covid-19-Trends für Deutschland

  • Neuinfektionen: 659; Gesamt: 242.820
  • Aktive Fälle: -461; Gesamt: 17.350
  • Neue Todesfälle: 4; Gesamt: 9270

Am Montagabend meldeten die deutschen Gesundheitsministerien insgesamt 659 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2. Die meisten davon wurden in Baden-Württemberg (175) festgestellt, gefolgt von Bayern (105) und Nordrhein-Westfalen (103). Die Differenz der Gesamtzahl der Neuninfektionen im Vergleich zum Vortag liegt zwar höher (+843), das liegt jedoch daran, dass vier Bundesländer am Sonntag die Zahl ihrer Neuinfektionen nicht übermittelt hatten und diese nun nachträglich in die Statistik einfließen.

Der R-Wert fällt im Vergleich zum Sonntag wieder unter die kritische Marke von 1. Er liegt bei 0,94. Das bedeutet: Im Schnitt stecken 100 Infizierte 94 weitere Personen an.

Deutschlands Nachbarländer: Grafik zeigt große Unterschiede

Ein auf die Bevölkerung heruntergebrochen ähnlich niedriges Bild wie in Deutschland zeichnet sich aktuell nur in Dänemark ab. Es hat derzeit die wenigsten Neuinfektionen im 7-Tages-Schnitt, dort kamen in der vergangenen Woche auf 5.795.669 Einwohner nur 84 gemeldete Neuinfektionen – also 0,001449 Prozent der Bevölkerung.

Zwar bewegen sich die Zahlen in den Niederlanden, Österreich, Tschechien, der Schweiz und Belgien noch in niedrigen Gefilden. Im Vergleich zu Deutschland und Dänemark steigen sie aber beinahe doppelt so schnell: Anstatt um 0,001449 Prozent in Dänemark oder 0,001478 Prozent in Deutschland sind es in Österreich beispielsweise 0,003073 und in der Schweiz 0,003485 Prozent der Bevölkerung, die sich jeden Tag neu mit Sars-CoV-2 infizieren.

Die meisten Neuinfektionen, umgelegt auf die Bevölkerung, wiesen in den vergangenen sieben Tagen allerdings Luxemburg (im Schnitt 0,006692 Prozent der Einwohner) und allen voran Frankreich (im Schnitt 0,007913 Prozent der Einwohner) auf.

Auffällig sind dabei die Unterschiede der verschiedenen Länder bei der Testung. So testen ausgerechnet Frankreich und Luxemburg im Vergleich zu den restlichen Nachbarländern Deutschlands eher wenige Personen auf Sars-CoV-2: Pro bestätigter Infektion werden dort 20 bis 30 Menschen auf das Virus getestet.

Im Vergleich: Am meisten testen Deutschland und Dänemark, wo zwischen 100 und 1000 Tests pro Infiziertem durchgeführt werden.

Testen lassen kann sich unterdessen in all unseren Nachbarländern jeder, der Symptome aufweist. Wie in Deutschland ermöglichen zudem die Schweiz und Österreich es ihren Bürgern, sich auch ohne Symptome testen zu lassen. Eine großflächige Testung ist wichtig, um das Infektionsgeschehen möglichst gut nachverfolgen zu können und die Dunkelziffer, also die Zahl der unentdeckten Infizierten, so gering wie möglich zu halten.

Blick in Trumps tödliches Amerika: Warum bekommen die USA Corona nicht in den Griff?

  • Bestätigte Corona-Fälle: 6.212.174
  • Zahl der Todesfälle: 187.742 (weltweit insgesamt 851.095)
  • Bevölkerung: 331.000.000

Im Vergleich zu Europa wirken die gemeldeten Zahlen aus den Vereinigten Staaten von Amerika erschreckend: Während die Zahlen trotz Ausbruchgeschehen in manchen Ländern in Europa relativ konstant bleiben, schnellen die der USA beinahe seit Beginn der Pandemie immer weiter nach oben.

Mehr als 6 Millionen bestätigte Fälle. Fast 190.000 Tote. In der Spitze knapp 80.000 Fälle pro Tag. Noch immer ein Zuwachs von 40.000 Fällen pro Tag (die geringe Zahl hängt auch mit dem Test- und Meldeverhalten zusammen). Dazu an manchen Tagen immer noch 1000 neue Tote, weit weit mehr als in ganz Europa zusammen.

Doch woran liegt das? Warum kriegen die USA Corona nicht gebändigt, während beispielsweise Europa gut durch den Sommer kommt?

Seit Monaten werden Stimmen laut, die dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump ein „Versagen“ in der Pandemie vorwerfen. Konkret heißt es, er habe nicht nur zu spät, sondern auch nicht ausreichend auf das Infektionsgeschehen reagiert. Noch im März behauptete er, dass die Neuinfektionen schon bald gegen null gehen würden – als der Rest der Welt großflächig Lockdowns und strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt hatte. Anschließend gab es Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen. Und Donald Trump drängt die Gouverneure der 50 Staaten, die Beschränkungen schnell wieder zu lockern. Er wollte die Wirtschaft für seinen Wahlkampf rasch zurück in die Spur bringen.

Trump gab die Strategie aus: Testen, testen, testen. In jedem Auftritt bemühte er die Rolle der USA als Test-Weltmeister.

Bloß: Das war die einzige Strategie. Und durch Tests alleine bekämpft man noch keine Pandemie. Ein wichtiges Werkzeug, um die Pandemie in den Griff zu bekommen, wäre beispielsweise auch die Kontaktnachverfolgung gewesen, also das akribische Suchen nach Kontakten von bestätigten Sars-CoV-2-Infizierten. In Deutschland und den meisten Ländern inzwischen absoluter Standard, wird diese Maßnahme in den USA zu wenig praktiziert, wie das Wissenschaftsportal „Scientific American“ schreibt.

Hinzu kommt, dass Trump Mund- und Nasenmasken monatelang für unnötig hielt, entgegen dem Rat der Experten.

Die Nicht-Strategie von Trump bewirkte eines: Der Virus, der kurz mal etwas abflaute, suchte sich immer neue Hotspots. Erst New York, dann Florida. Im ganzen Land florierte Corona. Arizona oder Texas verhängten lange so gut wie keine Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, was steigende Infektionszahlen mit sich brachte. Aber auch Kalifornien, das anfangs noch einen sehr strengen (vorbildlichen) Lockdown verhängt hatte, verzeichnet einen starken Anstieg der Neuinfektionen – weil es Menschen gebe, „die nicht begreifen oder nicht begreifen wollen, dass wir unser Verhalten fundamental ändern müssen, um das Virus unter Kontrolle zu bringen“, meint etwa Arthur Reingold, Epidemiologe an der Universität in Berkeley, im Gespräch mit der „Welt“

Das wirkliche Ergebnis von Trumps Strategie waren viele Kranke und Tote – dazu mehr Arbeitslose und eine vorerst deutlich geschwächte Wirtschaft mit Firmenpleiten.

Und nun? Warum geht es immer noch weiter?

Jüngst änderte Trump seine Strategie leicht. Es werden jetzt weniger Menschen getestet. Konnte sich zwischen 14. März und 25. August noch jeder, auch ohne Symptome, testen lassen, ist das seit 26. August nicht mehr möglich. Seitdem dürfen auch Kontaktpersonen von nachweislich Infizierten, die keine Symptome zeigen, nicht mehr getestet werden.

Das sorgt freilich erstmal nur dafür, dass die täglichen Infektionszahlen sinken. Weniger Kranke gibt es dadurch natürlich nicht. In der Frage der Maskenpflicht ist Trump mittlerweile etwas eingeknickt. Ein Vorkämpfer für den Mund-/Nasenschutz ist er allerdings immer noch nicht.

Im Vergleich zu Europa sind die USA die Blaupause, wie ein Corona-Verlauf in einem Land aussieht, das eine schlechte Gesundheitsversorgung und wenig Maßnahmen hat.

Nach wie vor sterben in den USA täglich hunderte Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. In den vergangenen sieben Tagen waren es im Schnitt 952.

31. August, 11.30 Uhr: Corona-Trends für Deutschland

  • Neuinfektionen: 484*; Gesamt: 241.977
  • Aktive Fälle: -217*; Gesamt: 17.811
  • Neue Todesopfer: 1*; Gesamt: 1266

Am Sonntagabend meldeten die deutschen Gesundheitsministerien* insgesamt 241.977 Infektionen mit Sars-CoV-2. Das entspricht einem Zuwachs von 484 positiven Testungen, wovon der Großteil aus Baden-Württemberg (+169) und Nordrhein-Westfalen (+132) stammt. Insgesamt gab es laut Robert-Koch-Institut (RKI) in den vergangenen sieben Tagen 9,5 neue Fälle pro 100.000 Einwohner – die 7-Tages-Inzidenz ist also leicht gesunken.

* Die Gesundheitsministerien in Bayern, Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben zum Erfassungszeitpunkt am Sonntagabend (Stand: 19.40 Uhr) keine neuen Zahlen gemeldet.

Während sich die Zahlen in Deutschland langsam auf einem nach wie vor erhöhten, aber noch kontrollierbaren Niveau einpendeln, spielen sich in anderen Ländern der Welt ganz andere Szenarien ab. FOCUS Online zeigt sechs Länder, die die Pandemie mehr oder weniger gut im Griff haben:

1. Spanien: Gesundheitssystem steht in manchen Regionen vor dem Kollaps – erneut

  • Einwohner: 47 Mio.
  • Bestätigte Infektionen: 455.621 (9744 / 1 Mio. Einwohner)
  • Todesopfer: 29.011 (620 / 1 Mio. Einwohner)

Eine alternde Bevölkerung zusammen mit einem stark geschwächten und unterfinanzierten Gesundheitssystem: Das kann während einer Virus-Pandemie kein gutes Ende nehmen. Am eigenen Leib erfährt das seit Beginn der Coronavirus-Pandemie Spanien. Nach einer kurzen Erholungsphase im Juni steigen dort die Zahlen der gemeldeten Neuinfektionen wieder stark an. In den letzten sieben Tagen gab es im Schnitt 2243 Neuinfektionen, am 21. August lag dieser Wert sogar bei 6224.

Surftipp: Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online 

Positiv ist jedoch, dass die Todeszahlen seit Mai relativ stabil bleiben. In den vergangenen sieben Tagen starben im Schnitt 22 Menschen pro Tag im Zusammenhang mit Covid-19.

Milliardeneinsparungen im Gesundheitssytem

Verantwortlich für das spanische Desaster scheint vor allem das drastische Sparprogramm der Jahre nach der Finanzkrise 2008/2009 zu sein. Schon vor der Finanzkrise gab das Land mit sieben Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) weniger für die Gesundheit aus als Deutschland. Im laufenden Haushalt sind es nur noch gut sechs Prozent. Milliardeneinsparungen, deren Folgen durch Corona auf dramatische Weise sichtbar wurden.

Am Anfang fehlte es in vielen Krankenhäusern an allem: Schutzkleidung für die Gesundheitsmitarbeiter, Testmöglichkeiten, Beatmungsgeräte und manchmal sogar an Trinkwasser für das Pflegepersonal und die Ärzte, wie die Krankenschwester und Gewerkschafterin Mercedes Romero im Krankenhaus Severo Ochoa in Madrid in einem Video im April anprangerte. „Jetzt kommt durch Covid-19 die Quittung für die jahrelangen Einsparungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit“, klagte sie.

Vor allem Altenheime betroffen

Besonders hart traf es in Spanien ältere Menschen, vor allem solche, die in Altenheimen leben. Laut der spanischen Tageszeitung „El País“ wurden viele Altenheim-Bewohner trotz ihrer Erkrankung nicht ins Krankenhaus gebracht. Wegen ihrer Vorerkrankungen oder ihres fortgeschrittenen Alters galten sie nach Angaben von Angehörigen als „aussichtslose Fälle“ und wurden deshalb zum Sterben in ihren Residenzen zurückgelassen.

Mehrere Skandale erschütterten daraufhin das Land. So fanden Soldaten in Spanien beim Desinfizieren von Altenheimen in mehreren Residenzen Leichen, die offenbar für längere Zeit unbemerkt geblieben waren. Auch Pflegekräfte fielen reihenweise aus, weil sie sich selbst mit dem Virus ansteckten, vielerorts waren die Heimbewohner vollkommen auf sich selbst gestellt.

„Chronik eines angekündigten Todes“

Heute schlagen die Gesundheitszentren wieder Alarm. Sie stünden angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen und der wieder zunehmenden Zahl an Covid-19 erkrankter Patienten in manchen Regionen schon wieder vor dem Kollaps. Die Lage sei vor allem in Aragón, Katalonien, im spanischen Baskenland und in der Hauptstadt Madrid „alarmierend“, dort gelangten die Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenze, sagte der Präsident der Gesellschaft der Familienärzte, Salvador Tranche, dem TV-Sender RTVE. Warum die Zahlen steigen, darüber lässt sich nur spekulieren. So neigen Spanier generell zu viel Körperkontakt, umarmen sich gerne und geben sich Küsschen. Außerdem leben sie oft zu vielen Menschen auf engem Raum zusammen, was der Übertragung des Virus ein leichtes Spiel macht.

Es fehle vor allem an Personal, klagen auch Gewerkschaften und Berufsverbände. Viele Krankenpfleger und Ärzte seien noch wegen der ersten Corona-Welle krankgeschrieben oder nicht voll einsatzfähig. Und viele hatten kaum Zeit, sich von den Strapazen und dem psychologischen Stress der Monate März und April zu erholen, schrieb die Zeitung „La Vanguardia“. „Der Ausgangspunkt war schon von Defiziten geprägt, und die Pandemie hat uns nun in eine extrem delikate Lage gebracht“, warnte Tranche. „Es ist die Chronik eines angekündigten Todes“, klagte der Allgemeinmediziner.

2. Frankreich: Das Sorgenkind Europas

  • Einwohner: 67 Mio.
  • Bestätigte Infektionen: 277.943 (4257 / 1 Mio. Einwohner)
  • Todesopfer: 30.606 (469 / 1 Mio. Einwohner)

Frankreich zählt zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas. Schien die Kurve der Neuinfektionen noch im Juni allmählich abzuflachen, steigt sie seit Mitte Juli wieder stärker an. Die Regierung Frankreichs spricht inzwischen sogar wieder von einem „exponentiellen Anstieg“, der aber „nicht vergleichbar“ mit den Zahlen des Frühjahrs sei.

In den vergangenen sieben Tagen gab es dort im Schnitt 5007 Neuinfektionen. Das ist der höchste Zuwachs seit Beginn der Epidemie in Frankreich. Allerdings stagniert seit geraumer Zeit die Zahl der neuen Todefälle. In den letzten sieben Tagen waren es im Schnitt 13 Personen pro Tag, die im Zusammenhang mit Covid-19 starben.

Ende der Sommerferien: Mehr Menschen lassen sich testen

Ein Grund für die steigenden Infektionszahlen könnte das Ende der Sommerferien sein. Viele Reiserückkehrer ließen sich nun testen – knapp eine Million Tests seien in Frankreich allein in der vergangenen Woche durchgeführt worden.

Um den steigenden Infektionszahlen entgegenwirken zu können, werden im Land nun auch teils die Maßnahmen zur Eindämmung wieder verschärft. Macron erklärte jedoch, dass Grenzschließungen oder komplette Lockdowns „um jeden Preis zu verhindern“ seien.

3. Peru: Seit Monaten im Ausnahmezustand – und keine Besserung in Sicht

  • Einwohner: 32 Mio.
  • Bestätigte Infektionen: 647.166 (19.584 / 1 Mio. Einwohner)
  • Todesopfer: 28.788 (871 / 1 Mio. Einwohner)

Auf knapp 32 Millionen Einwohner kommen in Peru etwa 650.000 bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand 31. August). Die Tendenz: steigend. Allein gestern wurden fast 10.000 Menschen positiv auf das neue Coronavirus getestet, im Schnitt kamen in den vergangenen sieben Tagen 7548 hinzu.

Diese Entwicklung ist in dem am drittstärksten von der Pandemie betroffenen Land Lateinamerikas – schlimmer hat es nur Brasilien und Mexiko getroffen – leider keine Momentaufnahme. Bereits seit Anfang April steigen die Zahlen, seit Ende April haben die täglichen Neuinfektionen erschreckende Ausmaße angenommen.

Hohe Armut, schlechtes Gesundheitssystem

Warum Peru so stark von Sars-CoV-2 getroffen wird, darüber gibt es bislang nur Spekulationen. Viele Menschen leben in ärmlichen Verhältnissen, einheimische Medien berichten, dass sich nur wenige an die Auflagen wie Abstandsregeln halten würden. Einen Lockdown gab es ab 16. März bis Ende Juni – ohne Erfolg. Zeigte er anfangs auch noch Wirkung, stiegen die Infektionszahlen ab Mitte April wieder.

Ärzte in peruanischen Krankenhäusern schildern dramatische Zustände, täglich müssten sie anhand der Triage-Kriterien darüber entscheiden, wer beispielsweise an Beatmungsgeräte angeschlossen wird, also leben darf, und wer nicht. Um die medizinische Versorgung besser gewährleisten zu können, erließ das peruanische Parlament erst Anfang August ein Dekret, dass es Medizinern, die noch keine offizielle Approbation erhalten haben, erlaubt, zu praktizieren. Dazu zählen etwa Medizinstudenten oder venezolanische Flüchtlinge, die in ihrem Heimatland als Ärzte praktiziert haben, bevor sie nach Peru flüchteten.

Ein weiterer Faktor sei das extrem schlecht ausgestattete Gesundheitssystem, wie Jesus Valverde, Präsident der peruanischen Gesellschaft für Intensivmedizin im Gespräch mit der Deutschen Welle erklärte: „Die Zahl der Intensivbetten pro 100.000 Einwohnern beträgt 2,3. Das liegt weit unter dem Weltstandard. Ideal wären zehn. Dieser Mangel ist nicht akut, sondern besteht schon seit langem“, erklärte er etwa.

Die Regierung steht unterdessen vor weiteren Problemen: Weil das Parlament seine Corona-Handhabung für zu lasch erachtete, wurde Perus Premierminister Pedro Cateriano am 4. August durch ein Misstrauensvotum abgesetzt – und mit ihm auch Perus Kabinett.

4. Indonesien: Das Sorgenkind Südostasiens

  • Einwohner: 268 Mio.
  • Bestätigte Infektionen: 172,053 (628 / 1 Mio. Einwohner)
  • Todesopfer: 7343 (27 / 1 Mio. Einwohner)

Mit fast 270 Millionen Einwohnern ist Indonesien der bevölkerungsreichste Staat Südostasiens. Seit Wochen verzeichnet es Rekordwerte bei den Neuinfektionen, nachdem es anfangs noch so schien, als würde es vergleichsweise mild durch die Pandemie kommen.

In den letzten sieben Tagen gab es im Schnitt 2646 positive Testergebnisse täglich. Außerdem starben im selben Zeitraum im Schnitt 95 Personen im Zusammenhang mit einer Infektion, deutlich mehr als beispielsweise noch Mitte Juni.

Test-Kits in Indonesien zu teuer für Bevölkerung

Internationale Medien kritisieren, dass die indonesische Regierung zunächst die wirtschaftlichen Belange des Landes über die gesundheitlichen gestellt hätte. Außerdem sollen die Test-Kits zur Testung auf Sars-CoV-2 inzwischen „kommerzialisiert“ worden sein, so dass der Großteil der Bevölkerung es sich gar nicht mehr leisten könne, sich testen zu lassen.

So berichtete die australische Nachrichtenseite „ABC News“, dass bis Mitte Juli insgesamt nur etwa 660.000 Tests durchgeführt worden seien – mit einer beträchtlichen Rate von 12 Prozent positiven Ergebnissen. Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO vorgeschriebene Testmenge von einem Test auf 1000 Menschen erreichte Indonesien laut dem Portal nur in der Hauptstadt Jakarta.

Nun hat die Regierung vor zwei Wochen angekündigt, voraussichtlich bis Ende des Jahres keine ausländischen Urlauber ins Land zu lassen. Sie will stattdessen zunächst den einheimischen Tourismus wiederbeleben. Auch die beliebte Urlaubsinsel Bali folgte diesem Schritt. Ausländische Feriengäste dürfen bereits seit März nicht mehr einreisen.

5. Vietnam: Mit strikten Maßnahmen erfolgreich gegen den „Feind“

  • Einwohner: 95,5 Mio.
  • Bestätigte Infektionen: 1040 (11 / 1 Mio. Einwohner)
  • Todesopfer: 32 (0,3 / 1 Mio. Einwohner)

Trotz seiner vielen Einwohner und zumindest in den Städten einer hohen Bevölkerungsdichte zählt Vietnam zu den Ländern, die am glimpflichsten durch die Pandemie schlittern. In den letzten sieben Tagen haben sich dort im Schnitt drei Menschen mit dem Virus infiziert. Der Sieben-Tages-Schnitt neuer Todesfälle beträgt eins, noch am 27. August lag er jedoch (nicht zum einzigen Mal) bei null. Insgesamt sind hier seit Beginn der Pandemie gerade einmal elf Menschen in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben – der erste war ein 70-jähriger Mann Anfang August.

Mehr Informationen zu diesem Thema erfahren Sie auf der zweiten Seite.

Jens Spahn verurteilt im ZDF aufkeimenden Hass: “Wo wollen die lieber leben?”

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