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Corona-Pandemie: Einreisetest aus Risikogebieten bald Pflicht

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Die Corona-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Mehr als 15 Millionen Menschen haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert, 205.274 davon in Deutschland. Die USA melden nahezu täglich neue Rekordzahlen. Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

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Corona-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Corona-Zahlen in St. Wolfgang steigen weiter (23.07 Uhr) +++ Alle Bundesländer melden neue Fälle – 476 Neuinfektionen in Deutschland (20.32 Uhr) +++ 47 Infizierte nach Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd (19.44 Uhr) +++

TOP-NEWS: Corona-Zahlen in St. Wolfgang steigen weiter

23.07 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen im Touristenort in St. Wolfgang in Oberösterreich ist um achtzehn auf mindestens 62 gestiegen. Wie die Behörden am Montagabend berichteten, sind von mehr als 1000 Tests bereits rund 98 Prozent ausgewertet. Am Nachmittag, als die Zahl noch bei 53 lag, war nur ein Gast unter den Betroffenen. Die überwiegende Mehrheit der Infizierten seien Mitarbeiter, berichtete Christine Haberlander, die Gesundheitsministerin des Landes Oberösterreich. Der betroffene Gast stamme aus Österreich, sagte Tourismuschef Hans Wieser.

Als Ausgangspunkt der Infektionen gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter auch nach der Sperrstunde um 1 Uhr morgens. “Es gibt von unserer Seite keine Vorwürfe. Als junger Mensch geht man nicht um ein Uhr ins Bett”, so Wieser.

Insgesamt sind nach seinen Angaben 15 Betriebe betroffen. Der Ort hat knapp 200 Beherbergungsbetriebe und 2700 Gästebetten. Zwei Bars hätten unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten positiven Fälle von sich aus geschlossen, hieß es. Zudem ordneten die Behörden am Samstagabend für die örtliche Gastronomie eine Sperrstunde ab 23.00 Uhr an. Nach den Worten Wiesers sind zum jetzigen Zeitpunkt weder Betriebsschließungen noch die Schließung des Ortes angedacht.

Flüchtlinge fliehen aus überfüllter Quarantäne-Einrichtung in Sizilien

22.43 Uhr: Dutzende Flüchtlinge sind am Montag in Sizilien aus ihrer Corona-Quarantäne in einem überfüllten, fensterlosen Zelt geflohen. Nach Zeitungsberichten befanden sich in dem für einhundert Menschen ausgelegten Zelt im sizilianischen Porto Empedocle über 500 Flüchtlinge, die dort eine 14-tägige Quarantäne absitzen sollten. Bereits am Sonntag waren fast 200 Migranten aus einer anderen Einrichtung geflohen.

Das Innenministerium teilte mit, die meisten der Flüchtigen seien gefunden worden. Bei keinem der bisher Getesteten wurde das Coronavirus entdeckt. Die Bürgermeisterin von Porto Empedocle Ida Carmina verurteilte die unmenschlichen Bedingungen und forderte die Regierung und die Europäische Kommission zum Handeln auf.

Außenminister Luigi Di Maio kritisierte auf Facebook den Verstoß gegen die Corona-Quarantäne. Es sei “unvorstellbar”, dass jemand die Quarantänebestimmungen missachtet. “Migranten oder nicht”, es handle sich um eine Frage der öffentlichen Gesundheit. “Das Virus ist nicht verschwunden”, fügte er hinzu. Nach Angaben von di Maio sind 125 der 184 am Sonntag ausgebrochenen Flüchtlinge bislang von der Polizei wiedergefunden worden.

Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese kündigte an, die Regierung werde “in den nächsten Tagen” ein Marine-Schiff zu einer Quarantäne-Einrichtung für Migranten umfunktionieren.

Nach Corona-Ausbruch in Mamming: Kompletter Landkreis als Risikogebiet eingestuft

21.32 Uhr: Menschen aus dem niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau müssen zu Beginn der bayerischen Sommerferien nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming mit Reisebeschränkungen rechnen. Die Regierung von Schleswig-Holstein stufte den Landkreis am Montag explizit als Risikogebiet ein. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Und Schleswig-Holstein dürfte mit dieser Regelung nicht allein bleiben – auch nach Mecklenburg-Vorpommern dürfen Menschen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau aktuell nicht reisen, wie der BR unter Berufung auf eine Sprecherin des dortigen Gesundheitsministeriums berichtet. Die Ausnahme: “Die Gäste weisen ein ärztliches Zeugnis vor, das bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Corona-Virus vorhanden sind.”

Nach Angaben auf der Homepage der Landesregierung von Schleswig-Holstein müssen sich Urlauber aus dem Landkreis Dingolfing-Landau nun in eine 14-tägige Quarantäne begeben und sich beim dortigen Gesundheitsamt melden, wenn sie nach Schleswig-Holstein einreisen wollen. Ausgenommen davon sind Menschen mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist.

TOP-NEWS: Alle Bundesländer melden neue Fälle – 476 Neuinfektionen in Deutschland

20.32 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland ist am Montag auf 205.750 gestiegen. Das sind 476 mehr als am Vortag. Alle Bundesländer melden dabei Neuinfektionen. Die Zahl der Verstorbenen stieg um zwei und liegt nun bei 9092. Insgesamt gelten 6258 Menschen als aktiv infiziert.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 205.750, 9092 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 36.926 (1841 Todesfälle)
  • Bayern: 50.501 (2617 Todesfälle)
  • Berlin: 9019 (223 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3545 (173 Todesfälle)
  • Bremen: 1755 (55 Todesfälle)
  • Hamburg: 5325 (230 Todesfälle)
  • Hessen: 11.685 (518 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 845 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 14.228 (649 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 47.471 (1728 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 7434 (238 Todesfälle)
  • Saarland: 2822 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5514 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1993 (64 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3341 (156 Todesfälle)
  • Thüringen: 3346 (182 Todesfälle)

*Diese Bundesländer haben keine neuen Fallzahlen gemeldet

Gesamt (Stand 27.07.2020, 20.25 Uhr): 205.750 (9092 Todesfälle)

Vortag (Stand 26.07.2020, 21.00 Uhr): 205.274 (9090 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 190.400

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 6258

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl:  1,1 (Stand 27.07.20)

TOP-NEWS: 47 Infizierte nach Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd

19.44 Uhr: Nach einer Trauerfeier sind im Großraum Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) 47 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie eine Sprecherin des Landratsamts am Mont ag sagte, könnten noch mehr Menschen infiziert sein. Eine Teilnehmerliste zu der Trauerfeier vor rund zwei Wochen gebe es nicht, man gehe aber von mehr als hundert Gästen aus. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Unter den Infizierten sind nach Angaben der Sprecherin auch Kinder. Eine Kita in Schwäbisch Gmünd sei vorübergehend geschlossen worden, eine Grundschulklasse sei getestet worden – offenbar habe sich jedoch kein Mitschüler des infizierten Kindes angesteckt. Bis Mittwoch seien weitere Tests in mehreren Klassen an verschiedenen Schulen geplant. Darüber hinaus wird laut der Sprecherin weiter nach den Teilnehmern der Feier gesucht.

TOP-NEWS: Corona-Tests bei Einreise aus Risikogebieten sollen Pflicht werden

17.08 Uhr: Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten werden sich künftig auf das Virus testen lassen müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will eine entsprechende Pflicht anordnen, wie er am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte. “Wir müssen verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und so neue Infektionsketten auslösen”, sagte der CDU-Politiker. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein. Die Bundesregierung rief die Bürger zu einem verantwortungsbewussten Handeln gerade auch im Urlaub auf, um die zuletzt gestiegenen Infektionszahlen wieder zu drücken.

Anders als Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sprach sich Spahn dafür aus, die Tests für die Reisenden kostenlos umzusetzen. Grundlage der Testpflicht sei das Infektionsschutzgesetz. Eine entsprechende Verordnung solle voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten.

Spahn teilte die Pläne seinen Amtskollegen aus den Bundesländern in einer Schaltkonferenz mit. Grundlage der Testpflicht ist demnach eine Regelung des Infektionsschutzgesetzes. Sie bezieht sich auf eine epidemische Lage von nationaler Tragweite, die der Bundestag für Corona festgestellt hatte. Die entsprechende Verordnung soll voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten.

Virologe Streeck leitet neue Heinsberg-Studie zu möglicher Corona-Immunität

17.05 Uhr: Der Bonner Virologe Hendrik Streeck leitet eine weitere Studie im besonders vom Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Dabei soll unter anderem untersucht werden, ob einmal infizierte Menschen gegen erneute Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 immun sind, wie die Universität Bonn am Montag mitteilte. Bislang sei das noch nicht erwiesen. “Es gibt keinen anderen Ort in Deutschland, wo wir bereits mit so großer Präzision das Infektionsgeschehen und die Immunität bestimmt haben”, erklärte Streeck. “Hiervon ausgehend können wir nun bestimmen, ob die Personen, die Antikörper haben, auch wirklich immun sind.”

Streeck und weitere Forscher hatten bereits in einer ersten Studie die Ausbreitung des Coronavirus im Kreis Heinsberg untersucht, der nach einer Karnevalssitzung zu einem der ersten deutschen Corona-Hotspots wurde. Im Blickpunkt stand vor allem die Gemeinde Gangelt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei 15 Prozent der untersuchten Bürger eine Corona-Infektion nachgewiesen werden konnte – teilweise mit milden Verläufen oder ganz ohne Symptome. Die Studie sorgte für Aufsehen aber auch Kritik an der Methodik und der Begleitung durch eine PR-Agentur.

Die Kosten von rund 800 000 Euro für die Folgestudie, die “in Kürze” starten soll, übernimmt nach Angaben der Uni Bonn das Land NRW. Sie ist als Längsschnittstudie angelegt und umfasst einen Zeitraum bis Mai 2021. Unter anderem sollen alle bereits getesteten Personen im Abstand von mehreren Monaten erneut untersucht werden.

Trumps Sicherheitsberater positiv auf Covid-19 getestet

15.55 Uhr: US-Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater Robert O’Brien hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Er habe “milde Symptome”, erklärte das Weiße Haus am Montag. O’Brien habe sich in Isolation begeben und arbeite weiter von einem “sicheren Ort” aus, erklärte die Regierung. Für Präsident Trump und seinen Vize Mike Pence bestehe daher keine Gefahr einer Infektion, hieß es weiter. Auch die Arbeit des Nationalen Sicherheitsrats finde ohne Unterbrechung normal weiter statt.

Das Büro des Nationalen Sicherheitsberaters im Weißen Haus befindet sich in der Nähe des Amtszimmers des Präsidenten. US-Medien berichteten allerdings, O’Brien habe bereits seit mehreren Tagen nicht mehr aus seinem Büro gearbeitet.

Zuvor hatte es im Weißen Haus bislang nur im Mai zwei Infektionen prominenter Mitarbeiter gegeben, die bekannt geworden waren. Dabei handelte es sich um einen Mitarbeiter Trumps und die Pressesprecherin des Vizepräsidenten, Katie Miller.

Trump selbst wird nach eigenen Angaben täglich auf das Coronavirus getestet. Mitarbeiter, Besucher und Journalisten, die in engen Kontakt zum Präsidenten kommen, werden auch getestet.

Corona-Impfstoff aus den USA geht in die heiße Phase

15.17 Uhr: Im Rennen um einen Corona-Impfstoff geht in den USA ein aussichtsreiches Mittel in die heiße Phase seiner Erprobung. Eine klinische Phase-III-Studie zu einem Impfstoffkandidaten der US-Biotech-Firma Moderna habe begonnen, teilte die zuständige Gesundheitsbehörde NIH am Montag mit. “An der Studie, die an klinischen Forschungsstandorten in den USA durchgeführt wird, werden voraussichtlich etwa 30 000 freiwillige Erwachsene teilnehmen, die kein COVID-19 haben.”

In einer Phase-III-Studie wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt. In einem ähnlich fortgeschrittenem Stadium werden der WHO zufolge derzeit nur eine Handvoll weiterer Wirkstoffe erforscht.

In bislang durchgeführten Tests mit dem Moderna-Mittel hatten Probanden laut NIH Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. So waren demnach bei 45 Teilnehmern im Alter von 18 bis 55 Jahren keine ernsthaften Nebenwirkungen eingetreten. Die Probanden bekamen innerhalb von zwei Monaten zwei Injektionen des RNA-Impfstoffs und entwickelten mehr neutralisierende Antikörper als Personen, bei denen eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert worden war. Moderna sprach in einer Mitteilung von einer “robusten Immunreaktion”.

Wann mit eindeutigen Ergebnissen zu rechnen ist, ist den US-Behörden zufolge unklar. Einige Probanden würden ihre zweite Impfdosis wohl erst Ende November erhalten. NIH-Direktor Francis Collins gab sich jedoch optimistisch, dass ein Mittel schon bald zur Verfügung steht: “Ein sicherer und wirksamer Impfstoff, der bis Ende 2020 verteilt wird, ist ein großes Ziel, aber es ist das richtige Ziel für das amerikanische Volk”.

Jurist: Verpflichtende Corona-Tests für bestimmte Reisende legitim

15.00 Uhr: Verpflichtende Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten wären nach Einschätzung des Rechtswissenschaftlers Thorsten Kingreen von der Universität Regensburg rechtmäßig. “Ein Test ist ein Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Montag. “Das Ziel des Infektionsschutzes ist aber legitim und der Eingriff zumutbar. Deshalb wäre ein verpflichtender Test verfassungsrechtlich zulässig.” Und: “Wer in Risikogebiete reist, muss damit rechnen, dass danach ein Test auf ihn zukommen könnte.” Derzeit prüft die Bundesregierung eine solche Regelung.

Lesen Sie hier mehr dazu: Test-Pflicht nach Urlaub: Experten sehen nur ein Hindernis – trotz Grundrechts-Eingriff

Auch eine Weitergabe der Kosten an Betroffene, wie sie etwa FDP-Chef Christian Lindner fordert, hält Kingreen für zulässig. “Zumindest Urlaubsreisen unternimmt man ja freiwillig, und wenn der Staat die Kosten trägt, sind am Ende alle als Steuerzahler beteiligt – auch die, die sich gerade keinen Urlaub leisten können.” Bei Dienstreisen wäre hingegen der Dienstherr oder der Arbeitgeber in der Pflicht.

Eine konkrete Rechtsgrundlage für Pflichttests sei allerdings auch nötig, und diese könne der Gesetzgeber wohl indes erst nach der Sommerpause im September oder Oktober schaffen, merkte Kingreen an. “Übergangsweise könnte man sich auf Generalklauseln zur Gefahrenabwehr in den Polizei- und Ordnungsgesetzen des Bundes und der Länder berufen.”

Juristisch weniger angreifbar wäre eine Verpflichtung zur Übernahme der Kosten nach Einschätzung des Juristen, wenn sie erst ab einem Stichtag in der Zukunft gelten würde. “Sonst könnten Betroffene dagegen klagen mit der Begründung, dass die Kosten beim Reiseantritt noch nicht absehbar waren.”

Maskenverweigerung im Flugzeug: Frauen müssen je 1000 Euro Geldbuße zahlen

14.08 Uhr: Zwei Frauen haben sich geweigert, im Flugzeug eine Maske zu tragen – und deshalb je 1000 Euro Bußgeld gezahlt. Während des Fluges von Budapest nach München habe das Bordpersonal die 37-jährigen Zwillingsschwestern mehrmals aufgefordert, eine Mund-Nase-Bedeckung aufzusetzen, teilte die Polizei am Montag mit.

Laut Aussagen der Flugbegleiter zeigten sie stattdessen dem Kabinenchef den Mittelfinger. Nach der Landung in München am Freitag nahm die Polizei die Schwestern am Flughafen in Empfang. Nachdem die Frauen das Bußgeld bezahlt hatten, durften sie gehen. Allerdings wartet auf sie noch ein Strafverfahren wegen Beleidigung.   

TOP-NEWS: Rentner-Ehepaar droht bis zu 25.000 Euro Strafe wegen Corona-Verstoß

13.05 Uhr: Peter (81) und Lydia Schultz (65) aus Kerksen am Niederrhein droht eine empfindliche Geldstrafe. Weil die Senioren wie jedes Jahr für einige Monate in ihren Zweitwohnsitz auf Rügen zogen, sollen sie nun bis zu 25.000 Euro Bußgeld zahlen – es wäre die höchste Strafe, die in Mecklenburg-Vorpommern verhängt wurde.

Grund: angeblicher Verstoß gegen die Corona-Vorschriften während des Lockdowns. “Wir sind lange vor der Pandemie angereist”, wehrt sich Lydia Schultz in der “Ostsee-Zeitung”. Demnach stimme auch nicht, dass die Eheleute “aus touristischen Gründen im Land gewesen” seien. Eine Rückkehr an den Niederrhein sei unmöglich gewesen, weil das Haus zu besagtem Zeitpunkt umgebaut worden und jedes Hotels in der näheren Umgebung ausgebucht gewesen sei.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen hat sich bisher nicht zur Sachlage geäußert.

TOP-NEWS: “Telefon läuft heiß”: In St. Wolfgang rollt nun die Stornierungswelle

12.43 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Tourismusbetrieben in St. Wolfgang in Oberösterreich ist um neun auf mindestens 53 gestiegen. Wie die Behörden berichteten, sind inzwischen alle 628 Tests vom Samstag ausgewertet. Die Ergebnisse von 419 weiteren Tests vom Sonntag fehlten am Montag zunächst noch. Bei den Infizierten handelt es sich nach Angaben der Gesundheitsministerin des Landes Oberösterreich, Christine Haberlander, um 52 Mitarbeiter und einen Gast. Der betroffene Gast stamme aus dem österreichischen Bundesland Burgenland, sagte Tourismuschef Hans Wieser.

Als Ausgangspunkt der Infektionen gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter auch nach der Sperrstunde um 1 Uhr morgens. “Es gibt von unserer Seite keine Vorwürfe. Als junger Mensch geht man nicht um ein Uhr ins Bett”, so Wieser.

Insgesamt sind nach seinen Angaben 15 Betriebe betroffen. Der Ort hat knapp 200 Beherbergungsbetriebe und 2700 Gästebetten. Zwei Bars hätten unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten positiven Fälle von sich aus geschlossen, hieß es. Zudem ordneten die Behörden am Samstagabend für die örtliche Gastronomie eine Sperrstunde ab 23.00 Uhr an.

Nach den Worten Wiesers sind zum jetzigen Zeitpunkt weder Betriebsschließungen noch die Schließung des Ortes angedacht. Die neun neuen Fälle aus der Testreihe mit 628 Menschen bedeuteten gerade einmal 1,4 Prozent positiver Resultate. “Das lässt uns hoffen”, so Wieser.

Die Bekanntheit des Ortes entpuppe sich nun als Fluch, sagte die Besitzerin eines betroffenen Hotels am Montag im ORF-Radio. Wären die Fälle in einer weniger bekannten Urlaubsregion aufgetreten, hätte sich niemand dafür interessiert, meinte sie. Es häuften sich die Stornierungen. “Das Telefon läuft heiß”, sagte sie dem Sender “OE24“.

Gäste, die aus den betroffenen Hotels abreisten, sollen nun nach den Worten von Wieser auf einem Auskunftszettel einige zusätzliche Fragen zu ihrem Aufenthalt beantworten. Dieser Zettel müsse aber entgegen anderslautenden Berichten nicht mitgenommen oder gar beim Verlassen des Ortes vorgezeigt werden. Die Stimmung im Ort unter den Geschäftsleuten sei eher verhalten. Sie schwanke zwischen Optimismus und Zweifeln, ob sich die Lage schnell wieder entspanne.

TOP-NEWS: Corona-Ausbruch bei Gemüsehändler in Berlin

11.51 Uhr: Mehr als die Hälfte der Corona-Infektionen geschehen nach Angaben von Berlins Gesundheitssenatorin im Bereich privater Haushalte. Es gehe zum Beispiel um Familienfeiern und andere Zusammenkünfte, erklärte die SPD-Politikerin Dilek Kalayci am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Das sei ein Umstand, an den man schwer rankomme.

Zuvor schilderte sie zu aktuellen Ausbrüchen, dass diese zügig beherrscht würden – mit schnellem Testen und Quarantäne. Inzwischen sei man “sehr sensibilisiert”, was Arbeitsplätze und die Nicht-Einhaltung von Hygieneregeln angeht. Betroffen sei etwa ein Frischgemüseunternehmen in Lichtenberg mit über 70 Beschäftigten, die größtenteils in Brandenburg im Kreis Barnim wohnten, so Kalayci. Dort würden die klassischen Maßnahmen getroffen. Die aktuelle Zahl der Infizierten in dem Fall wurde nicht genannt.

Außerdem erwähnte die Senatorin eine betroffene Flüchtlingsunterkunft in Lichtenberg sowie erste Infektionen bei Reiserückkehrern: eine Familie mit sieben Personen aus Spandau, die über den Flughafen Schönefeld aus dem Urlaub zurückgekommen sei. Details zu dem Fall wie das Land, aus dem die Familie einreiste, nannte sie nicht.

Dass sich so manche Großveranstaltung wie die Schlauchboot-Demo auf dem Landwehrkanal vor einigen Monaten nicht zum Ausbruchsherd entwickelt habe, sei kein Anlass zum Zurücklehnen, betonte die Senatorin. Bei solchen Veranstaltungen reiche die Anwesenheit von ein oder zwei Infizierten – “und es geht nicht mehr gut”, sagte Kalayci. Auch Großveranstaltungen im Freien sehe sie kritisch.

TOP-NEWS: Vietnamesische Stadt Da Nang fliegt 80.000 Menschen nach vier Corona-Infektionen aus

11.18 Uhr: Nach drei neuen Corona-Infektionen in der Küstenstadt Da Nang lassen die vietnamesischen Behörden 80 000 Menschen aus der Millionenmetropole ausfliegen. Bei den meisten handele es sich um inländische Touristen, die in den nächsten Tagen mit Hunderten Flügen in elf vietnamesische Städte gebracht werden sollen, berichteten staatliche Medien am Montag. Auch öffentliche Veranstaltungen, Feste und religiöse Zusammenkünfte wurden in Da Nang wieder verboten. Zuvor hatte das südostasiatische Land fast 100 Tage lang keine lokale Infektion mit dem Coronavirus gemeldet.

Am Samstag war ein erster Fall bekannt geworden, mittlerweile seien zwei weitere hinzugekommen, hieß es. Nun gebe es Befürchtungen, dass die Zahl der Neuansteckungen in Da Nang in den kommenden Tagen erheblich steigen könnte. Zwei der drei Corona-Infizierten seien in kritischem Zustand, schrieben Medien unter Berufung auf die Behörden.

Der Flughafen von Da Nang ist nun zunächst für alle internationalen Verbindungen geschlossen, auch der inländische Tourismus in der beliebten Küstenstadt soll für mindestens zwei Wochen gestoppt werden. Die Metropole am Südchinesischen Meer ist vor allem für ihren langen Sandstrand bekannt, auch liegt sie nicht weit von der alten Kaiserstadt Hue.

Vietnam war wegen strenger Maßnahmen bislang sehr erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie: Bislang wurden nur 420 Corona-Fälle bestätigt und keine Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Pandemie: Höchster Anstieg seit April – Virus springt nach Ausbruch in China von Stadt zu Stadt

08.13 Uhr: Nach dem neuen Ausbruch des Coronavirus in Dalian in Nordostchina sind mehr als 400 Flüge in die Hafenstadt gestrichen worden. Bis Montagmorgen seien 79 Prozent aller Flüge storniert worden, wie die Zeitung “Global Times” berichtete. In der Sechs-Millionen-Metropole wurden am Vortag wieder 14 neue Infektionen mit dem Virus berichtet.

Von Dalian, wo die ersten Fälle in einer Fischfabrik lokalisiert worden waren, hat sich das Virus in mindestens acht weitere Städte ausgebreitet, wie Staatsmedien berichteten. Inzwischen sind etwa mehr als 200 Erkrankungen in der Provinz Liaoning entdeckt worden. 36 Infizierte, die keine Symptome zeigen, sind unter Beobachtung.  

Nach Angaben von Minister Ma Xiaowei von der Gesundheitskommission in Peking, der am Freitag nach Dalian gereist ist, ist noch vieles unklar über die jüngsten Ansteckungen. Es ist nach Peking im Juni und Xinjiang in Nordwestchina in diesem Monat der dritte größere Ausbruch in China, seit das Virus in China weitgehend unter Kontrolle gebracht werden konnte.

China hat am Montag den höchsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen seit April verzeichnet. Insgesamt infizierten sich binnen 24 Stunden 61 Menschen mit dem neuartigen Virus, wie die nationale Gesundheitsbehörde mitteilte. Die Entwicklung ist auf Infektionsherde in drei Regionen zurückzuführen: In der nordwestlichen Region Xinjiang wurden demnach 41 Neuinfektionen gemeldet. Mitte Juli war dort in der Regionalhauptstadt Urumqi ein neuer Infektionsherd aufgetreten. 

Anfang Dezember vergangenen Jahres waren erstmals Fälle der Lungenerkrankung Covid-19 in der zentralchinesischen Stadt Wuhan in der Provinz Hubei entdeckt worden, die als Epizentrum der Pandemie gilt. Nach dem Höhepunkt der Krankheit in den ersten drei Monaten des Jahres hat China das Virus mit strikten Maßnahmen wie Abschottung von Zig-Millionen Menschen in den Griff bekommen.

TOP-NEWS: 276 neue Fälle in Deutschland – aber viele Bundesländer melden keine aktuellen Zahlen

21.00 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland liegt bei 276, jedoch meldeten fünf Bundesländer keine aktualisierten Fallzahlen (Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt). Die Zahl der Todesfälle liegt wie am Vortag bei 9090.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt nach RKI-Schätzungen nun bei 1,22 (Vortag: 1,24). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 25.7., 0.00 Uhr, bei 1,25 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Weitere Meldungen zum Coronavirus aus diesem News-Ticker finden Sie auf der nächsten Seite

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