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Aktivistin Tamara K. rief mit Trump-Lüge zum „Sturm auf den Reichstag“

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    Mit Fehlinformationen forderte eine Aktivistin die Menge auf, den Reichstag zu stürmen. Daraufhin drängten rechte Demonstranten die Treppen des Gebäudes hinauf. Die Aktivistin sei eine Heilpraktikerin aus der Eifel, die schon zuvor mit rechtsextremen Inhalten auf sich aufmerksam gemacht hat.

    US-Präsident Trump, den Verschwörungsgläubige von QAnon als Erlöser der Weltverschwörung geheimer Eliten sehen, sei soeben in Berlin gelandet, ruft eine Frau von der Bühne auf der Corona-Demo in Berlin durchs Mikrofon. Sie fordert die Menge dazu auf, ein Zeichen zu setzen: “Wir müssen jetzt beweisen, dass wir alle hier sind und wir gehen da drauf und holen uns heute hier und jetzt unser Haus zurück”.

    Nach ihrer Ansage steigen Rechtsextreme, Reichsbürger und Corona-Gegner die Treppen zum Reichstag hinauf. Die Bilder sorgten landesweit für Schlagzeilen.

    Dubiose Heilpraktikerin: “Die Welt sieht endlich, was in unserem Land abgeht”

    Nach “Tagesspiegel”-Informationen handelte es sich um eine dubiose rechte Aktivistin, die am Samstag die Menge zum “Sturm auf den Reichstag” aufrief. Tamara K. ist eine Heilpraktikerin aus Roetgen, einer Gemeinde in der Eifel.

    Nach Angaben des antifaschistischen Aachener Bündnisses “Demokratie Leben” ist sie 2019 bei dem lokalen Zusammenschluss der “Aachener Gelbwesten” aktiv gewesen und unter anderem im Januar vergangenen Jahres auch als Kundgebungs-Anmelderin und Rednerin aufgetreten. Bei ihrem Auftritt in Berlin rief sie “Wir haben gewonnen” und “Vor diesem Gebäude steht keine Polizei mehr” ins Mikrofon. Im Gespräch mit dem “Tagesspiegel” sagt K., es sei ein unbeschreibliches Gefühl gewesen, auf den obersten Stufen zum Bundestag zu stehen: “Die Welt sieht endlich, was in unserem Land abgeht.”

    Schon zuvor sei sie in den sozialen Netzwerken immer wieder durch das Teilen von verschwörungsideologischen Inhalten sowie vertretener Reichsbürgerideologie aufgefallen, sagte Michael Klarmann, Journalist und Beobachter der rechten Szene in der Eifel-Region, dem “Tagesspiegel”. In ihrem Heimatort Roetgen sei sie dagegen weitestgehend unbekannt, heißt es von Nachbarn.

    Alle Informationen zur Demo in Berlin lesen Sie auch im News-Ticker von FOCUS Online.

    Drohungen seit Samstag, Kinder wurden evakuiert

    Sie würde schon länger von ihrem Mann getrennt leben und auch Kinder haben. Die habe sie nach den Ereignissen am Samstag evakuiert, da sie seitdem ständig Drohungen erhalte, sagte sie dem “Tagesspiegel”. Über ihre Vernetzung in der Reichsbürgerszene hört man in Roetgen angeblich zum ersten Mal. Auch ihre Naturheilpraxis scheint unbekannt zu sein, auf Google wurden sie nur zweimal bewertet – mit einem von fünf Sternen.

    Dass Trump am Samstag in Berlin gewesen sein soll, sei keine Fehlinformation gewesen, sagt K. dem “Tagesspiegel”: “Unsere Informanten haben uns eindeutige Beweise geliefert.” Die Höhe der amerikanischen Flagge am Fahnenmast der US-Botschaft sowie die Beleuchtung des Botschaftsgebäudes hätten darauf hingedeutet. Das ist natürlich völliger Unsinn, Trump besuchte an dem Tag unter anderem die von einem Sturm betroffenen Gebiete im Süden der USA.

    Die Polizei ermittelt wegen der Besetzung der Reichstagstreppe nun wegen des Verdachts auf Landfriedensbruchs, sagte ein Sprecher am Montag. Nach den Untersuchungen könnten noch weitere Delikte dazukommen. Ob die Demonstranten versucht hätten, mit Gewalt in den Reichstag einzudringen oder das Gebäude zu beschädigen, sei noch nicht bekannt. Auch gegen Tamara K. würden Ermittlungen laufen. Die Identität der Frau sei der Polizei bekannt.

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