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6 Covid-Trends zeigen, dass Anstieg stagniert

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Zahlen, Daten, Fakten: In den Monaten der Krise hat sich die Corona-Pandemie auch zum Informationsdschungel entwickelt. FOCUS Online will Ihnen Orientierung geben. Deshalb zeigen wir Ihnen jeden Morgen die wichtigsten, aktuellen Trends zu Sars-CoV-2.

28. August 2020, 10.45 Uhr: Covid-Trends für Deutschland

  • Neuinfektionen: 1492 (Gesamt: 238.597)
  • Entwicklung der aktiven Fälle: +186 (17.441)
  • Neue Todesfälle: 6 (Gesamt: 9256)

Am Donnerstagabend meldeten die Gesundheitsämter der Bundesländer insgesamt 1492 Neuinfektionen. Der Großteil davon fand in Bayern statt (492), gefolgt von Baden-Württemberg (283) und Nordrhein-Westfalen (266). Keine neuen Sars-CoV-2-Infektionen gab es in 20 Landkreisen.

Im Verlauf der an das RKI übermittelten Fälle lässt sich erkennen, dass der Anstieg der gemeldeten Neuinfektionen in den letzten Wochen in vielen, vor allem westlichen Bundesländern zu beobachten ist. Besonders in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg zeichnet sich ein hohes Niveau ab.

Allerdings zeigt sich auch, dass die Zahlen der Länder, deren Sommerferien bereits seit mindestens 11. August beendet sind, rückläufig sind – beispielsweise in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Insgesamt erfreulich: Alle wichtigen Werte scheinen sich derzeit in Richtung einer leichten Entspannung zu entwickeln. FOCUS Online gibt einen Überblick:

1. Täglich gemeldete Neuinfektionen stagnieren

Betrachtet man den Verlauf der täglichen Neuinfektionen in ganz Deutschland, so zeigt sich trotz der mal mehr und mal weniger steigenden Zahlen eine relativ stagnierende Linie im 7-Tages-Durchschnitt, die aktuell sogar leicht fällt. Ob sich der Trend mit Ende der Sommerferien in den letzten Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen) weiter fortsetzen wird, bleibt abzuwarten.

2. Anzahl der aktiven Fälle pendelt sich ein

Auch die Anzahl der aktiven Corona-Infektionen hat sich auf einem ähnlich hohen Niveau eingependelt und sinkt aktuell sogar wieder. Aktuell (Stand 27.8., 20.15 Uhr) gibt es laut FOCUS-Online-Berechnungen noch 17.441 aktive Sars-CoV-2-Infektionen. Insgesamt erreichte die Kurve der aktiven Fälle etwa Mitte Juli ihren Tiefpunkt, als sie unter 6000 fiel und stieg seit Ende Juli wieder deutlich an. Ihren aktuellen Höhepunkt erreichte sie am 25. August mit mehr als 18.000 Fällen, fiel die letzten Tage aber wieder. Zum Vergleich: Ihren absoluten Höhepunkt erreichte sie mit knapp 73.000 aktiven Fällen am 6. April.

Laut DIVI-Zentralregister werden davon 239 auf Intensivstationen behandelt. 140 dieser Patienten sind an Beatmungsgeräte angeschlossen. Sprich: Aktuell erleiden 1,37 Prozent aller akut erkrankten Covid-19-Patienten einen schweren Verlauf.

3. Anzahl neuer Todesfälle bleibt konstant niedrig

Am erfreulichsten dürfte sein, dass in Deutschland nur sehr wenige Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 sterben. Im Durchschnitt waren es in den letzten Wochen etwas mehr als fünf Personen pro Tag, seit Mitte Mai steigt die Kurve konstant sehr langsam – und das trotz aktuell steigender Infektionszahlen.

Dass die Kurve der Sterbefälle nicht parallel zu jener der Neuinfektionen steigt, könnte laut RKI einen einfachen Grund haben: Im Vergleich zum Beginn der Pandemie wird nicht nur deutlich mehr getestet, so dass auch milde Verläufe häufiger erkannt werden, sondern die Anzahl der jüngeren Patienten hat sich ebenfalls gesteigert. Auch die erleiden in der Regel einen deutlichen milderen Verlauf. So zeigen die Zahlen des RKI, dass sich in den vergangenen sieben Tagen nur zwei Senioren, die älter als 70 Jahre alt waren, sich mit dem Virus infiziert haben.

4. 7-Tages-Inzidenz erreicht nur in wenigen Landkreisen kritische Werte

Anhand der 7-Tages-Inzidenz lässt sich erkennen, wie viele Menschen an einem bestimmten Ort bzw. Landkreis innerhalb der letzten sieben Tage im Schnitt an Sars-CoV-2 erkrankt sind. Ab 25 Fällen pro 100.000 Einwohner gilt die Inzidenz als erhöht, ab 50 droht einer Region in Deutschland aktuell der Lockdown.

Die kritische Marke hat aktuell nur der Landkreis Rosenheim in Oberbayern überschritten: Dort infizierten sich in den vergangenen sieben Tagen 50,5 Menschen mit Sars-CoV-2. 17 weitere Landkreise wiesen im aktuellen Lagebericht des RKI eine erhöhte 7-Tages-Inzidenz auf (Stand 27. August).

  • Insgesamt liegt die 7-Tages-Inzidenz in Deutschland aktuell bei 9,9 Fällen pro 100.000 Einwohner.
  • 17 Kreise haben derzeit eine erhöhte Inzidenz, kritisch ist es nur in Rosenheim.
  • 20 Kreise haben in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Infektionen gemeldet.

Laut RKI ist der Großteil der Fälle auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Aber auch Familienfeiern tragen zum Ausbruchsgeschehen bei. So soll es aktuell im Kreis Wiesbaden zu einem Ausbruch unter Hochzeitsgästen gekommen sein. Die Betroffenen haben das Virus laut RKI auch in ihre Arbeitsstätten und Schulen getragen.

5. R-Wert bleibt konstant unter der kritischen Marke von 1

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Donnerstag bei 0,83 (Vortag: 0,85). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Dieser 4-Tage-Wert bildet das Infektionsgeschehen von vor etwa einer bis zwei Wochen ab. Er reagiert auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen empfindlich, wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können.

  • 4-Tages-R-Wert am 13. August: 0,91
  • 4-Tages-R-Wert am 14. August: 1,08
  • 4-Tages-R-Wert am 15. August: 1,29
  • 4-Tages-R-Wert am 24. August: 0,98
  • 4-Tages-R-Wert am 27. August: 0,85

6. Sieben-Tages-R-Wert fällt zum ersten Mal seit Juli ebenfalls unter 1

Neben dem R-Wert, der das Geschehen der letzten Tage abbildet und eher empfindlich auf kurzfristige Schwankungen reagiert, weist das RKI in seinen Lageberichten auch ein sogenanntes Sieben-Tage-R aus. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen vom Mittwoch lag dieser Wert bei 0,94 (Vortag: 0,93). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. Die berichteten R-Werte lagen seit Mitte Juli 2020 über 1, seit Anfang dieser Woche wieder leicht unter 1.

  • 7-Tage-R am 15. August: 1,23
  • 7-Tage-R am 17. August: 1,04
  • 7-Tage-R am 19. August: 1,08
  • 7-Tage-R am 23. August: 1,07
  • 7-Tage-R am 24. August: 0,97

Söder sagt zwei sehr wichtige Sätze, um Corona-Lage einzuordnen

Der starke Anstieg der Fallzahlen in Deutschland scheint also erstmal abgefangen. Einen Ausbruch wie in der ersten Welle im März und April gibt es aktuell nicht – was sicherlich auch den weiter existenten Maßnahmen und der Mithilfe der Bevölkerung zu verdanken ist.

Aber:

Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland sind nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder derzeit mit Blick auf den anstehenden Herbst und Winter zu hoch. “Das Problem ist, es ist zu früh zu hoch”, sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einer Videokonferenz von Bund und Ländern in Berlin. Es müsse daher jetzt das Ziel aller sein, “die Zahlen wieder runter zu kriegen und einen zweiten Lockdown zu verhindern”. Stagnieren, abbremsen, stoppen – all das reicht folglich noch nicht.

27. August 2020, 8.45 Uhr: Corona-Trends für Deutschland

  • Neuinfektionen: 1594 (Gesamt: 237.936)
  • Neue Todesfälle: 5 (Gesamt: 9285)

Laut den von FOCUS Online erhobenen Daten der Gesundheitsämter gab es am Mittwoch knapp 1600 Neuinfektionen in Deutschland. Die Gesamtzahl der mit Sars-CoV-2 infizierten Menschen stieg demnach auf 237.936. Aktive Fälle gibt es laut den Berechnungen nun 17.255.

Hessen führend bei 7-Tages-Inzidenz – Rosenheim knackt kritische Marke

Die meisten Fälle insgesamt zählen nach wie vor Nordrhein-Westfalen (57.560) und Bayern (55.767), den höchsten Zuwachs gab es in den vergangenen sieben Tagen in Hessen. Dort liegt die 7-Tages-Inzidenz bei 18,3 Fällen pro 100.000 Einwohner. Der Stadtkreis Offenbach, der nun lange Zeit die Liste der meisten Corona-Neuinfektionen anführte, fiel heute Morgen aber unter die kritische Marke von 50 Neuinfektionen. Die Spitzenposition übernimmt nun Rosenheim, wo die Anzahl der Neuinfektionen in der letzten Woche die kritische Marke geknackt hat und nun bei 51 liegt.

Nicht nur Offenbach: Hotspots bleiben nicht lange Hotspots

Vergleicht man die Landkreise, die in den vergangenen Wochen und Monaten an die kritische Marke von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern herangekommen sind, zeigt sich, dass die meisten Landkreise in der Regel nicht lange Hotspots bleiben.

So zeichnet sich in der aktuellen „Top Fifteen“ der Landkreise mit den meisten Corona-Fällen heute ein komplett anderes Bild als noch vor zwei Wochen. Nur einer der Landkreise, die die Liste zum damaligen Zeitpunkt angeführt haben, erscheint heute noch bei den kritischen Regionen: Offenbach.

Das heißt: Es kommt immer wieder zu lokalen Ausbruchsgeschehen. Im Vergleich zum Infektionsgeschehen im März und April weiten sich diese aber nicht zu dauerhaften, schwer betroffenen Ausbrüchen aus.

Anzahl der Intensivpatienten sinkt im Vergleich zu Ende März stark

Erfreulich ist auch, dass die Anzahl der Covid-19-Patienten, die intensiv medizinisch behandelt werden müssen, seit der Hochzeit der Pandemie Ende März/Anfang April stark gesunken ist. So meldete das DIVI-Zentralregister, das deutschlandweit die Auslastung der Intensivbetten überwacht, am 31. März insgesamt 1486 Covid-Patienten auf Intensivstationen, von denen 80 Prozent (1189) beatmet werden mussten. Insgesamt waren an diesem Tag 54.933 Menschen akut an Covid-19 erkrankt – der Anteil der Intensivpatienten betrug also 2,7 Prozent.

Am 27. August sind es mit Stand 7 Uhr 230 Patienten, wovon 134, also knapp unter 60 Prozent, beatmet werden. Auf die aktuell aktiven Fälle gerechnet ist das noch etwa halb so viel wie am 31. März: 1,3 Prozent. Die Zahlen sind in den vergangenen Tagen zwar leicht gestiegen, liegen aber immer noch in einem sehr niedrigen Wert im Vergleich zu Beginn der Pandemie.

Anzahl der Neuinfektionen steigt, doch die Zahl der Todesfälle bleibt niedrig

Trotz der deutlich gestiegenen und nun konstant bleibenden Anzahl der täglichen Neuinfektionen bleibt der Schnitt der täglichen Todesfälle konstant niedrig. In den vergangenen sieben Tagen etwa starben im Schnitt 5,7 Personen pro Tag in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Anfang April starben zeitweise mehr als 250 Menschen pro Tag in Deutschland am Coronavirus.

Dafür könnte es zwei Gründe geben:

  • Es werden deutlich mehr Menschen getestet als noch zu Beginn der Pandemie, was bedeutet, dass auch milde Verläufe häufiger erfasst werden.
  • Laut RKI steigt die Zahl der jungen Menschen, die positive Testergebnisse erhalten. Die erkranken in der Regel nur leicht, sind teilweise sogar komplett symptomlos. Laut RKI lag der Altersdurchschnitt in der Kalenderwoche (KW) 34 bei 32 Jahren – Ende März, in der KW 14, lag er bei 51.

Blick ins Ausland: Schweiz

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hat innerhalb von 24 Stunden so viele neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet wie seit April nicht mehr. Auf 8,57 Millionen Einwohner kommen dort bislang 40.645 Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben. Insgesamt waren es Stand Mittwochmorgen in der Schweiz und Liechtenstein zusammen 383 neue Fälle. Der derzeitige Anstellwinkel sieht zunächst einmal nicht dramatisch aus – vor allem im Vergleich zu ersten Welle.

Aber: Gemessen an der Bevölkerung liegen die täglichen Fälle doppelt so hoch wie in Deutschland. Deutschland hat knapp zehn mal so viele Einwohner wie die Schweiz.

Betrachtet man die 7-Tages-Inzidenz der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein zeigt sich die Diskrepanz deutlicher: In den vergangenen sieben Tagen gab es dort laut Informationen der Schweizer Gesundheitsbehörde im Schnitt täglich 20 neue Fälle pro 100.000 Einwohner. In Deutschland waren es nur knapp die Hälfte: 10,2. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung gerechnet auf eine Million Einwohner.

Gesundheitsminister Alain Berset hatte schon vergangene Woche davor gewarnt, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte. Er mahnte die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen umzusetzen: „Es ist nicht einfach, die Abstands- und Quarantäneregeln einzuhalten, aber tun Sie es.“ Immer mehr Kantone führen die Maskenpflicht in Geschäften ein. Ab Donnerstag gilt sie auch in Zürich.

Etwas mehr als 1700 Infizierte starben seit Beginn der Pandemie in der Schweiz. Knapp 10.000 Menschen befanden sich wegen Kontakten mit Infizierten in Quarantäne oder Isolation, weitere gut 15.000 Menschen waren in Quarantäne, weil sie aus Risikoländern zurückgekehrt waren.

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